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Der aufrichtige Materialist und Specerey-Händler : oder Haupt- und allgemeine Beschreibung derer Specereyen und Materialien, worinnen in dreyen Classen, der Kräuter, Thiere und Materialien, alles und jedes, womit die Physica, Chymia, Pharmacia und andere hoch-nützliche Künste pflegen umzugehen, begriffen und enthalten ist
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531-532
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Der Spezereyen und Materialien

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weilen von dem Ende des einen bis zudem Ende des andern, sechs bis siebenFuß find: und dieses hat seine Ursach;denn diese Flügel sind ihmhöchstnöthig,weil er sich unter weilen mehr denn302. Meilen vomLande entfernet. Erbat grosse Mühe, bis er sich von denAesten erheben tan, wenn er aber ein-mahl im Flug ist, so sieht man, wieer die Luft mit gantz sanftem Flugzerschneidet, denn er halt die Flügel aus-gebreitet, und bewegtste fast garnicht,oder beweget sich etwa. Wenn ihmder Regen oder der ungestümmeWindungelegen fallt, so bravüt er den Wol-lten, schwingt sich in die mittlere Ge-gend der Luft, und entzeucht sich demGesichte der Menschen. Allein, ob ergleich noch so hoch gestiegen, dennochmerckt er genau auf denjenigen Ort,wo die Dorades die fliegenden FischeMgen, und stürtzt sich als ein Blitz ausder Luft herab, nicht zwar bis auf dasWasser, sonst er Mühe haben würdesich wiederum zu erheben; sondern,wenn er etwa noch zehen bis zwölssEllen davon A nimmt er einen grossenUmschweiff, und kommt gleichsam un-vermerckt, immer ticffcr herunter, biser der See gantz gleich stieget, da erdann die kleinen Fische im Wasser mitdem Schnabel oder Klauen, zuweilenauch mit beyden zugleich, erwischet.

Das Männlein hat nicht allein einen grossen rothen Kamm auf demKopfe, als wie ein Hahn, sondern auchunter der Gurgel: wiewohl solcher nuran den Alten zu sehen ist. Die Weib-lein haben keine, hingegen sind ihre Fe-dern viel weisser, sonderlich am Bau-ehe.

Gleichwie aber in Europa dieRei-ger ihre gewissen Oerter und Winckel indenHöltzern haben, die ihnenzurZu-fiucht dienen, woselbst sie sich versammlen, zur Ruhe begeben, sich aufhalten

und ihr Geschlechte vermehren; ebenalso haben auch diese Vögel eine kleineInsel bey Guadalupa / eine geraumeZeit zur Wohnung eingehabt, dahinalle Fregatten daherum zusammen ge-kommen, die Nacht über allda zu ru-hen, oder bey bequemen Wetter zu ni-sten. Diese kleine Insel wurde dasFregatten Inselgen genennet, führetauch diesen Namen annoch, obgleich dieVögel den Ort geändert: denn im Jahr1643. und 1644. wurden sie dermassenheftig gejaget, daß sie aus Noth dieseInsel verlassen muffen.

Der P.Terrre ein Predigermönch,von der Brüdersthafft des HeiligenL:ü>wigs,und Apostolischer Mißiona-rius nach den Amillen Inseln, ließsich durch die vortheilhaften Reden, dieman ihm von dem Oele, das aus denFregatten könte gezogen werden, bewe-gen, und sie das letzte lnahl jagen, be°kam ihrer auch durch Hülffe drey odervier Personen, in weniger als zweyStunden Zeit, über hundert Stück.Die grossen ertappten sie auf den Ae-sten, oder aufoem Neste, denn weil siegrosse Mühehaben, bis sie recht in Flugkommen, hatten diese Leute Zeit sie mitihren Pikenlangen Stangen zwischendie Fittige zu schmeissen, da sie dannstracks, wie halb tod blieben. Es ent-flöhe kein eintziger, der sich nicht zuvorgebrochen, und zwey oder drey halbverdauete Fische, als wie Häringe,vonsich gegeben hatte.- und oieseszwar, wieer vermuthete, darum, damit sie destobehender davon fliehen möchten.

Das Oel oder das Schmaltz von die-Fregattesen Vögeln ist ein vollkommen gutes sthmaih.Mittel wieder das Hüftweh, und alleandere Zufalle, die von Erkältung ent-stehen. Es wird in gantz Indien da-von, als von einer unschätzbaren Sa?che, groß Wesen gemacht.

Das ein lznd zwanzigste Capitel.

Von Vogelnestern.

H>Ievogelnester, welchedie Siam-«^mer vor etlichen Jahren mit nachFranckreich brachten, sind der Spei-chel oder Auswurff gewisser Vögel,Eisvögel genannt, welche in Franck

reich/ sonderlich in der Normand^gantz gemeine. Die FranzösischenEisvogel halten sich fleißig an derSee und um die Moraste auf, habendie Grösse einer Schwalbe oder Wach-tel: