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3 (1837)
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75
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noinmen, nahe an ihrem Stiel auf einen Faden gezogen, einen Augenblick in siedendes Wassergetaucht, dann einige Stunden in freier Luft und in der Sonne getrocknet, worauf man sieam folgenden Tage mit Ocl bestreicht und sie mit in Oel getränkten Fäden zusammenbindet,damit sie nicht aufspringen. Während ihres Trocknens lliesst nun ein klebriger Saft ausihrem obern Ende, dessen Ausfliessen man durch in Oel getränkte Finger befördert, da-nach werden sie braun, gestreift, weich und verringern ihre Dicke über ein Viertheil; daraufwerden sie vorsichtig noch einmal mit wenig Oel bestrichen. Diese Früchte kommen inkleine Packete zusammengebunden und in blecherne Kisten verschlossen zu uns, sie sind voneinem eigentümlichen benzoeartigen angenehmen Geruch und süsslich-gewürzhaftem Ge-schmack, sind 6 8 Z. lang, nur 34 Lin. breit, dunkelbraun, weich, etwas fleischig, fett-glänzend, innen markig. Zuweilen erscheint die Aussenseite mit feinen weissen nadeiförmigenKrystallen bedeckt, welche man für Benzoesäure hält, welche aber nach Bley, ein eigentüm-licher kampferartiger Stoff sind.

Chemische Beschaffenheit: Bucholz fand in der Vanille: 10,9 butterartiges fettes Oel;2,3 Harz; 16,8 schwach bittern Extractivstoff mit essigsaurem Kali; 7,1 oxydirten Extractiv-stoff durch Kali ausgezogen; 9,0 säuerlich-bitterlich herben chinaartigen Extractivstoff mitBenzoesäure; 1,2 süssen Extractivstoff; 6,1 zuckerartige Materie mit Benzoesäure; 1,1 unreineBenzoesäure; 11,2 Gummi; 5,9 Gummi durch Kali ausgezogen; 2,8 stärkemehlarligen Stoff;20,0 Pflanzenfaser. Das ätherische Oel ist sehr flüchtig und hat nicht dargestellt werden können.

Verwechslungen: Häufig werden in die Mitte der Vanillen-Pakete schlechtere zu reifeFrüchte gethan, die sehr aufgesprungen waren, welche man wieder zunäht und ihnen durchPerubalsam einen Geruch giebt. Uebrigens giebt es verschiedene Sorten im Handel, welchevon verschiedenen Orten aus verschiedenen Gegenden kommen und von verschiedener Gütesind. Die beste und feinste Sorte ist die Vanille ieq oder du leg, ungefähr 6 Z. lang, 3 4 Lin.breit und wie oben beschrieben, ist sie mit Krystallen bedeckt, heisst sie auch bereifte Va-nille (givree), welches geschieht, wenn sie zu trocken liegt, oder in nicht fest verschlossenenBehältern. Die zweite Sorte ist die Vanille simarona oder batarde, etwas kleiner als die vo-rige, trockner, weniger aromatisch, weniger dunkelbraun, soll besonders von St. Domingokommen und der wilden Pflanze angehören. Die dritte Sorte ist die Vanille grosse oder Va-niilon der Franzosen, Vanilla Pompona oderBova der Spanier, sie ist 5 7Z lang, 6 9 Lin.breit, braun, weich, klebrig, fast immer offen, von starkem aber weniger angenehmen Geruch,sie kommt von Brasilien, hat zuweilen durch Gährung gelitten. Man glaubt, sie komme nichtvon Vanilla aromatica.

Nutzen: Die Vanille ist eins der beliebtesten Gewürze für verschiedene Speisen undGetränke und ein angenehmer Zusatz zur Chocolade. Früher hielt man sie für sehr erregendauf die Verdauung und das Gehirn wirkend, für krampfstillend, den Geschlechtstrieb hervor-rufend, die Geburt befördernd, Urin treibend u. s. w. Jetzt wird sie gewöhnlich nur andernMitteln zugesetzt, um sie theils angenehmer für den Geschmack, theils verdaulicher zu machen.

Erklärung der Kupfertafel 262. Ein blühender Zweig in not. Gr. , a) die Lippe besonders, b) dieselbevon einander gebogen; c) das Staubgefäss; d) die reif e Frucht, e) dieselbe r/uer durchschnitten;f) die Saamen, olles in nat. Gr.

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