Druckschrift 
3 (1837)
Entstehung
Seite
69
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nach oben treiben sie Stengel und nach unten Wurzelfasern, welche zum Theil tief herab-steigen und sich in kleine rundliche Knollen endigen. Blätter langscheidig gestielt, mitden Scheiden sich umfassend, fast !-§ F. lang, breit-lanzettlich, spitz, glänzend, kahl.Blumenähre mitten aus den Blattscheiden hervorbrechend, gestielt, aufrecht, kaum einen Fusslang, kürzer als die Blätter, etwas keulenförmig, mit eyförmigen, concaven, von der Mittefast zurückgeschlagenen auswärtsgebogenen spitzen, aderigen grünlich-weissen, gerandetenDeckschuppen, von denen die obersten einen blüthenleeren Schopf bilden. Blumen dreioder auch mehr hinter jeder einzelnen Deckschuppe, von einer zweiblättrigen weissen Hülleeingeschlossen. Kelch röhrig, kaum etwas aufgeblasen, stumpf, gezähnelt, dünnhäutig durch-scheinend, auf einer Seite bis zur Hälfte eingeschnitten, kürzer als die halbe Blumenröhre.Blumenkrone unten röhrig und weiss, der Saum doppelt, jeder dreitheilig weiss, der eineder inneren Theile grösser und länger als die übrigen, umgekehrt-herzförmig, an der Spitzeetwas faltig-wellig, in der Bucht mit einem kleinen zweigetheilten nach innen gekrümmtengelben Lappen, von welchem eine dunkelgelbe Linie auf der Oberseite herabläuft. DerStaubfaden lanzettlich-eyförmig mit dem unpaaren Theil der äussern Kronenreihe ver-wachsen, auf der vordem Seite, in der Mitte ungefähr die weisse eyförmige, zusammenge-drückte, mit einer tiefen Längsfurche versehene Anthere tragend, von deren Rücken zweigrade pfriemliche, spitze und weisse Fortsatze oder Spornen ausgehen, welche so lang alsdie Anthere sind. Zwei kleine cylindrische Schüppchen auf dem Fruchtknoten, den Griffelhalb umgebend, sind Rudimenle nicht ausgebildeter Staubgefässe. Der Fruchtknoten istkurz, cylindrisch und behaart; der Griffel weiss, fadenförmig, in einer Furche des Staub-fadens liegend, die Narbe weiss, stumpf, keulenförmig, 4-zähnig, kaum höher als die Antherestehend. Die Frucht wird selten ausgebildet.

Off. Radix Curcumae. Die getrocknete Wurzel in 1 2 Zoll langen Stücken,von verschiedener Dicke, aussen fein runzlich, von graulich-gelblicher Farbe, innen dichtrothgelb oder dunkel gefärbt, gewöhnlich mit einem Kreis in der Mitte, von etwas gewürz-haftem, ingwerartigem Geruch und scharfem, gewürzhaftem, etwas pfefferartigem Geschmack,den Speichel gelb färbend, auch in Wasser und Weingeist eine gelbe Farbe ausscheidend.

Chemische Beschaffenheit. John fand in der Curcumaewurzel: 1 aether. gelbes Oel;1011 harzigen gelben Farbstoff (Curcumin oder Kurkumagelb); 1112 extractiven gelbenFarbstoff; 14 Gummi; 57 Holzfaser, nebst einem in Kali, aber nicht in Wasser noch Wein-geist auflöslichen Stoffe; 7 5 Wasser. Nach Vogel und Pelletier enthielt diese Wurzel:Holzfaser; Stärkemehl; einen gelben Farbstoff; einen braunen Farbstoff; etwas Gummi; einscharfes flüchtiges Oel und etwas weniges salzsauren Kalk.

Nutzen; Man bedient sich der Gelbwurzel in ihrem Vaterlande als eines Gewürzes.Bei uns wird sie medicinisch hauptsächlich zur Färbung einiger Arzeneien, weniger als einreizendes, auflösendes und harntreibendes Mittel innerlich benutzt. Ihre Benutzung als Farb-stoff, so wie ihres wässrigen Auszuges als Reagens ist bekannt.

Erklärung der Kupfertafel 258. Ein Stüclc der Wurzel und des unteren Thcils der blühenden Pflanze mitabgeschnittenen Blättern und ein Blatt in nat. Gr.; a) b) Deckschuppen,- c) d) e) g) die verschie-denen Theile der Blume vergr.; f) der obere Theil des Fruchtknoten, nebst dem Griffel und dendaran liegenden beiden Schüppchen vergr.

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