Druckschrift 
3 (1837)
Entstehung
Seite
58
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

58

ungleich, an der Spitze oft dornig werdend. Blätter kurz gestielt, gegenständig, lederig,lanzettiich oder elliptisch, bald schmaler bald breiter, länger oder kürzer mit sehr kleiner Sta-chelspitze, ganzrandig und etwas umgerollt, oben dunkel oder lebhaft grün, unten silberig,mehr oder weniger grau, oder goldig und rostbraun, durch kleine die Unterfläche dicht bedek-kende Schüppchen. Blattstiel dicklich, schwach geriunelt. Blumen in kleinen einfachenoder etwas zusammengesetzten achselständigen Trauben, welche gestielt und stets kürzer alsdas Blatt sind, der gemeinschaftliche Blumenstiel ist zusammengedrückt, die besonderenmeist gegenständig, rundlich und graulich, die Deckblätter unter den besondern Blumenstielenklein, concav, stumpf, abfallend. Kelch bleibend, mit vier sehr kleinen spitzen aufrechtenZähnen. Blumen kröne weiss mit sehr kurzer Röhre von der Länge des Kelchs und grös-serem viertheiligem Rande, dessen Zipfel ausgebreitet stehn, breit-elliptisch, spitz und drei-nervig sind. Staubgefässe 2, gegenständig, weiss, kürzer als die Krone, der Blumenröhreangewachsen mit elliptisch rundlichen 2fächrigen Staubbeuteln. Pistill kaum etwas längerals die Blumenröhre, mit eyförmigem grünem Fruchtknoten, kurzem cylindrischen weissem GriiFelund zwei dicken dicht an einander aufrecht stehenden Narben. Frucht eine länglich-rund-liche oder rundliche, oder eyförmige oder umgekehrt-eyförmige erst grüne, dann endlich fastschwarze Steinfrucht, welche ein ölhaltiges Fleisch und einen einfächrigen und einsaarnigen,oder 2fächrigen 2- oder einsaamigen Stein enthält.

Off. Oleum Olivae s. Olivarum. Das Oliven- oder Baumöl, ProvencerÖl, wirddurch Auspressen der reifen Oliven gewonnen und zwar ist das durch gelindes Pressen ausden reifen Früchten unmittelbar nach dem Einsammeln gewonnene das reinste und beste, eswird Jungfernöl oder ProvencerÖl genannt und kommt besonders von Genua und Nizzaund aus der Provence zu uns. Eine stärkere Pressung aus den längere Zeit aufgesammeltenFrüchten giebt ein geringeres bald mehr gelbliches bald helleres Oel, das sogenannte Baumöl,Ol. olivarum commune; das aus dem Rückstande noch gewonnene sehr unreine Oel wirdzur Seifeubereilung benutzt. Zum Arzeneigebrauch anzuwendendes Olivenöl muss weiss odergelblich, ohne Geruch und Geschmack sein, ein speeif. Gew. von = 3,915 haben und beieinem Temperaturgrad unter dem Gefrierpunkt zu einer körnig-krystallinischen Masse gestehn.Es darf weder durch andere fette Oele noch Bleioxyd und Schwefelsäure verunreinigt sein.

Chemische Beschaffenheit: Das Olivenöl besteht nach Braconnot aus 28 Stearin und72 Elaein und ist nach Gay-Lussac und Theuard zusammengesetzt aus 77,21 Kohlenstoff;13,36 Wasserstoff; 9,43 Sauerstoff, es gehört zu den nicht austrocknenden Oelen, bildet mitden Alealien Seife und mit Bleioxyd Pflaster; angezündet brennt es mit heller Flamme ohneRauch und übehi Geruch. Die Blätter des Oelbaums wurden von Pallas analysirt, er fanddarin: 12 bitler-sauren Stoff; 1,75 schwarzes Harz; 0,6 krystall. Mannit ähnliche Substanz;3,9 gummiges Extracl; 2,1 grünen Farbstoff; 67,9 Holzfaser, dann unbestimmbare Mengen vonGerbstoff, Gallussäure und einigen Salzen, und ganz ähnliche Bestandteile fand er auch inder jungen Rinde.

Vcrwcchsehn gen: Nicht selten wird das Olivenöl durch verschiedene Zusätze, namentlichanderer fetten Ocle: Mohn-, Nuss- und ßuehöl, auch wohl mit Rüb- und Leinöl verfälscht,wogegen verschiedene Prüfungs-Melhoden angegeben sind, die zum Theil nicht vollständigeSicherheit gewähren, doch zeigt eine solche Mischung ein grösseres specilisches Gewicht, einegeringere Gerinnbarkeit in der Kälte, bekommt durch starkes Schütteln Luftblasen, hat einenveränderten Geruch und Geschmack und brennt weniger hell und rein oder mit Rauch. Auchranzig gewordenes Olivenöl wird entweder durch Digestion mit Bleioxyden oder durch Di-gestion'mit Thonerde in einer hohen Temperatur wieder süss und weiss gemacht, so wie auch