Druckschrift 
3 (1837)
Entstehung
Seite
38
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

38

Canella alba.

Syst. sex. Dodecandria Monogynia (Monadclphia Polygynia). Syst. nat. Guttiferae Auct.

Char. gen. Kelch 3-blättrig, Blumenblätter 5, fast lederig, Staubgefässe zueiner Röhre verwachsen, auf deren Aussenflache 12 21 linealische Staubbeutel angewach-sen sind; Griffel einfach mit drei Narben; Beere dreifächrig, durch Fehlschlagen bis ein-fächrig, jedes Fach mit 1 2 Saamen.

Char. specici: Baum mit wechselnden lederigen Blättern und in einer endsländigenTraubendolde befindlichen Blumen.

Synonyme: Canella alba Murray, Swahz, Winterana Canella Linne. Deutsche:Weisser Canell- oder weisser Zimmtbaum.

Vaterland: In den Wäldern im Innern mehrerer westindischen Inseln, Jamaica,Cuba, St. Domingo und in Carolina als ein hoher Baum, aber auch an den an der Küste be-legenen Waldungen und auf steinigen Hügeln in einer niedrigeren Form. Blüht im erstenFrühjahr.

Beschreibung:

Baum mit 10 50 Fuss hohem gradem Stamm mit aschgraulicher

Rinde und aufrecht-stehenden Zweigen. Blätter gestielt, wechselnd, zerstreut, fast lorbeer-artig glänzend, dunkelgrün, unten blasser und matt, ganzrandig, elliptisch, fast keilförmig inden Blattstiel zulaufend, spitz am Ende oder stumpflieb. Blattstiele rundlich, kurz. Blu-men in einer endständigen aus unregelmässigen Afterdolden zusammengesetzten Trauben-dolde;Blumenstiele mit ganz kleinen Deckblättchen unter den besondern Blumenstielchenversehen; Blumen fast geschlossen, sehr wohlriechend fast wie Moschus. Kelchblätterrundlich-concav, grün und bleibend. Blumenblätter länger als der Kelch, länglich-stumpf,concav, aufrecht, blau. Staubgefässröhre so lang als die Blumenblätter, ganzrandig, blau,mit gelben linealischen, parallelen, einfächrigen Staubbeuteln. Fruchtknoten eyförmig,Griffel cylindrisch, so lang als die Staubgefässröhre mit 2 3 stumpfen convexen runzlichenNarben: Beere länglich, anfangs grün, dann blau, endlich schwarz, glänzend, von aromati-schem Geruch und Geschmack, immer einfächrig; Saamen rundlich-nierenförmig mit schwar-zer, glänzender und zerbrechlicher Saamenschale.

Off. Cortex Canellae albae (C.mella dulcis, Costus corlicosus, Costus dulcis, CortexCosti, Cortex Winteranus spurius). Die Rinde der Jüngern Aesie und Zweige im Schattengetrocknet, in Röhren von 5 Zoll bis 2 Fuss Länge und einem Durchmesser von \ \ Zoll,oder seltner die Rinde älterer Zweige in mehr flachen Stücken. Die Oberfläche geht vomRöthlichweissen bis in's Gelblichweisse, ist nach dem Alter bald glatter, bald etwas runzligund oft abgerieben, oder absichtlich weggenommen, und ist daher oft fleckig. Die Innenseiteist gelblich-weiss und der frische Bruch gelblich und weiss marmorirt, nach aussen mehrkörnig, nach innen mehr glatt und dicht. Der Geruch ist beim Zerbrechen angenehm aro-matisch, einem Gemenge von Gewürzen ähnlich, der Geschmack bitterlich-gewürzhaft, hin-terher feurig und brennend.

Chemische Beschaffenheit: Henry fand in 1000 Theilen des weissen Zimmts: 5 äthe-risches Oel; 200 Harz ohne merkliche Schärfe; 30. Extractiv- und Farbestoff; 80 Schleim;635 Stärkemehl, Eyweissstoff, Holzfaser und mehrere Salze. Petroz und Rohinet, welchespäter diese Rinde einer Analyse unterwarfen, fanden : ein scharfes, brennend-schmeckendesätherisches Oel; Harz; einen eigenthümlichen bittern Extraclivstoff; Canellin, eine zuckerartige