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überstehender, kurz gestielter, etwas lederiger, gleichseitiger oder schwach ungleichseitiger",aufgesetzt-spitz zugespitzter, ganzrandiger, randnerviger, gerippt netzförmig-adriger, schwachglänzender, unten blasserer und mit vorstehenden Nerven versehener, kahler, durchscheinendpunctirter Blättchen, von denen die untern jedes Blatts mehr eyförmig, selbst schwach herz-förmig, die obern aber länglich sind. Blattstiel rund, kurz, die besondern an der Basisetwas angeschwollen. Blumen weiss in Aehren oder in einer aus Aehrchen zusammengesetz-ten achselständigen Rispe, welche viel kürzer als ihr Blatt ist. Kelchblätter breit-lanzettlich spitz, ausgebreitet, innen striegelig-zottig, mit kahlem Rande, aussen drüsig-höckerig, Staubgefasse fadenförmig, viel länger als der Kelch, unter dem Fruchtknoteneingefügt, mit beweglichen aufliegenden 2-fächrigen gelben Staubbeuteln. Fruchtknotenkurz-gestielt eyförmig, zusammengedrückt, am Rande zottig-weichhaarig, mit 2 Eychen;Griffel gekrümmt, kürzer als die Staubgefässe, kahl, mit stumpfer Narbe. Frucht unbekannt.Off. Balsamum Copaiva. — Der durch tiefe Einschnitte in den Stamm dieses Baumes,so wie vieler anderer verwandter Arten in Südamerika (s. weiter unten) gewonnene harzigeSaft, welcher je nach der Verschiedenheit der Art von Copaifera, aus welcher er gewonnenist, Modificationen zeigt. Der aus Brasilien zu uns kommende, welcher auch besonders An-wendung findet, ist von der Consistenz eines dünnen Zuckersaftes, durchaus klar und blass-gelb, er hat einen eigenthümlichen, ziemlich angenehm aromatischen Geruch und einen ölig-milden, schwach gewürzhaften, hintennach etwas scharfen und bitterlichen Geschmack undein specif. Gewicht von 0,95, schwimmt daher auf dem Wasser. Länger aufbewahrt wirder zähe, dick, trübe, von mehr bräunlicher Farbe, schwächer an Geruch und Geschmackund sinkt im Wasser zu Boden. Eine schlechtere Sorte kommt von den Antillen, sie istdick, goldgelb, undurchsichtig, weniger angenehm mehr terpentinartig.
Chemische Beschaffenheit: Der Copaivabalsam ist mehrmals untersucht worden,wenn aber die erhaltenen Resultate nicht genau mit einander übereinstimmen, so kann diessehr leicht seinen Grund in der Verschiedenheit der Baumart haben, von welchem er ge-wonnen ist. Stoltze fand in 100 Theilen 38,0 aetherisches Oel; 1,66 braunes schmierigesHarz; 52,0 gelbes brüchiges Harz, 0,75 desselben mit Spuren von Extractivstoff; Verlust anaelherischem Oel und Wasser zum Theil durch die Destillation des erstem 7,59. Gerberfand dieselben Stoffe, nur in etwas veränderter Quantität. Durand fand dagegen noch einigeandere Stoffe, nämlich ausser dem flüchtigen Oele und Harz noch eine geringe Menge einerbei der Destillation zum Theil entweichender, zum Theil aber mit dem Harze verbundenzurückbleibender Säure (Essigsäure), Spuren von Chlorcalcium und einen süsslichen Stoff.
Verwechselungen: Da der Copaivabalsam sich sehr gut mit fetten Oelen vermischenlässt, so hat man sich derselben, besonders des Mandel-, Mohn- und Nussöls, auch wohldes schlechten Ricinusöls zur Verfälschung jedes Arzeneimittels bedient. Um solche Bei-mischungen zu erkennen hat man viele Methoden vorgeschlagen, so die klare Auflösung desBalsams in 8 Th. Alcohol von 90 Gr., wodurch jedoch nicht die Anwesenheit des Ricinusölsangezeigt wird, da dies ebenfalls in Alcohol löslich ist; oder man löse den Balsam in gleichemGewichte Aetzkalilauge vollkommen auf und mische die Lösung mit Wasser, es entsteht dann beiAnwesenheit fetter Oele in der sonst klaren Flüssigkeit eine Trübung; oder man lasse einPaar Tropfen des Balsams an der freien Luft durch Erwärmung verdunsten, so bleibt, wenner rein war, nur etwas sprödes Harz zurück; oder man koche den verdächtigen Balsam län-gere Zeit mit Wasser, war er verfälscht, wird er weich bleiben, rein dagegen trocken, hartzerreiblich werden; auch mit reiner Magnesia wird er zu einer festen Masse. Vermischungenmit Terpentinöl sind beim Erwärmen durch den Geruch zu erkennen.