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Vaterland: In stehenden und schwach fliessenden Gewässern mit scldammigem Grundedurch den grossten Theil von Europa bis ins nördliche Asien: Von Sibirien bis nach Por-tugal und von Schweden bis Taurien und Sicilien, auch in Nordamerika. Blüht im Juliund August.
Beschreibung: Ausdauernde, erst im zweiten Jahre blühende, ganz kahle Pflanze.Wurzel dick, niöhrenförmig, schwammig, gelenkig, mit zahlreichen, starken, auch aus denuntern Gelenken des Stengels sich quirlformig entwickelnden und senkrecht herabsteigendenWurzelfasern versehen. Stengel 1 — 5 Fuss hoch, aufrecht, stielrund, gelenkig, gestreift, in-nen mit lockerm Zellgewebe erfüllt, oder auch wohl hohl, unten einfach, nach oben ausgebrei-tet-ästig, an der Basis wurzelnd, auch wohl kriechende Ausläufer treibend. Blätter gestielt,schön grün; Blattstiel mit breiter aber kurzscheidiger Basis, fast stengelumfassend, dannfast rund, oben mit schmaler Rinne; das Blatt selbst doppelt bis vierfach gefiedert, die Fie-dern und Fiedcrchen ausgespreitzt abstehend, die äussersten Blättchen fiederspallig-eiugcschnit-ten und gezäunt, mehr oder weniger keilförmig, die Zipfel schmal, spitz oder stumpflich, miteiner Stachelspitze, an den unter Wasser befindlichen Blättern haardünn. Dolden zusam-mengesetzt, kurz gestielt, erst endständig, dann aber gegenblattständig, die ersten vielstrahlig,che letzten wenigstrahiig, alle ohne Hülle, Döldchen vielblumig, kurzstrahlig, Hüllchen aus mehre-ren kurzen pfriemlichen ßlättchen. Blumen weiss. Kelchzähne jpfriemlich-zugespilzt;Staubgefässe weiss; Griffelfuss nebst den anfangs kurzen, wenig von einander tretendenGriffeln weiss. Frucht bräunlich-eyförnns; cylindrisch, nach oben sich verschmälernd, vonden Seiten etwas zusammengedrückt, von bleibendem Kelch und den von einander gebogenenGriffeln gekrönt; jedes x^chaenium auf der äussern stark convexen Seite mit 5 stumpfen Rie-fen, von denen die äussern etwas stärkern die blassere weissliche Berührungsfläche begrän-zen, auf der 2 dunkelgefärbte starke Striemen, welche nach oben vereinigt, gebogen von ein-ander treten und nach dem Grunde hin wieder comergiren; in jedem Thälchen ein dasselbeausfüllender dunkler Oelstricmen. Eyweiss halbrund.
Off. Semen Phellandrii s. Foeniculi aquatici. — Die reife Frucht des Wasserfenchelswird aufbewahrt, sie ist 2|—3 Lin. lang, unten ungefähr eine Linie breit und besteht aus2 Achaenien, welche keinen Fruchtträger zwischen sich haben und auf der Berührungsflächeschwach concav sind. Sie sind geruchlos, zerquetscht geben sie aber einen eigenthümlichen,etwas strengen, fenchelartigen unangenehmen Geruch, und gekaut einen widrigen, scharf aro-matischen Geschmack.
Chemische Beschaffenheit: Berthold fand in den Früchten des Wasserfenchels 1,497aetherisches Oel von goldgelber Farbe, erst mildem, dann brennendem etwas süssem schnellvorübergehendem Geschmack; 5,078 fettes Oel, dem des Bilsenkrautsaamens ähnlich; 2,578Ceriu; 4,908 Harz; 8,078 Exlractivstoff; 3,4b3 Gummi; 71,822 Rückstand nebst 2,576 Ver-lust. Nach Remter ist das aetherische Oel weiss, und ein Pfund der Saamen gab eineDrachme Oel. Heiz erhielt aus 2 Pfunden nur ein Quentchen.
Verwechslungen: Nicht selten sollen die Früchte anderer im Wasser wachsenderDoldenpflanzen statt der des Wasserfenchels aufbewahrt worden sein, namentlich 1) vonSium latifolium L., diese sind aber fast rund und stark zusammengedrückt, und, obgleich auchstumpf 5-riefig, doch ganz ohne Oelstriemen, und mit ganz kleinem gleichzähnigem Kelchrand;2) von Sium angustifolium, diese sind aber breit-eyförmig. stark zusammengedruckt, mit einemkaum bemerklichen Kelchrand und zahlreichen rund um den Saamen liegenden Striemen ver-sehen; 3) von Cicuta virosa; diese sind aber fast kugelrund, oder niedergedrückt und mit
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