I
II u m u 1 u s L u p u 1 u s.
Syst. sex. Dioecia Pentaudria. — Syst. nat. Urticeac Juss., Amenlaccae ordo Lupulinae Lk.
Char. gen.: Blumen getrennten Geschlechts auf verschiedenen Pflanzen; Männl.Blumen mit einfacher 5 blättriger Blumenhülle; Weibl. Blumen in einem Kätzchen, gebildet.aus eyförmigen dünnhäutigen Schuppen, hinter jeder 2 Blumen, deren äussere BlumenhüUein einer einzelnen eiförmigen Schuppe besteht, die innere aus einer kugeligen ungetheilten,den Fruchtknoten umgebenden; Narben und Griffel 2; Frucht, ein Achaenium von denBlumenhüllen umgeben, in eine x\rt von Zapfen vereinigt
Char. speciei: S. d. Gattungscharakter.
Synonyme: Humulus Lupulus L. u. fast aller Schriftsteller; Cannabis Lupulus Sco-poli. — Deutsche: Hopfen.
Vaterland: In humusreichen, niedrig liegenden, etwas feuchten Gegenden, in Gebü-schen, Hecken und Waldungen, durch den grössten Theil des nördlicheren Europa, an vielenOrten im Grossen eultivirt. Blüht im Hochsommer.
Beschreibung: Wurzel ausdauernd, senkrecht herabsteigend, ästig; die Aeste sehrlang, wagerecht, vielfaserig, oben wagerechte, unterirdische, gegliederte Ausläufer ausschickend;Steugcl mehrere aus einer Wurzel, sehr lang und schlaff, sich links windend, an andernGegenständen aufsteigend, rund, röhrig, ästig, von kleinen Weichstacheln etwas scharf; Blät-ter gegenständig, gestielt, herzförmig, ölappig, 3 lappig oder ganz, grob-gesägt, fussnenig,oben scharf und dunkelgrün, unten blasser, nur an der Kippe scharf, aber mit kleinen gelbenHarzpunkten besetzt; Nebenblätter zwischen den Blattstielen stehend, einzeln oder zwei-theilig, oder gepaart, eyförmig, lang-zugespitzt, spitz und ganzrandig; männl. Blumen hän-gend, in gestielten, blattacbselständigen, gegenständigen, deckblättrigen Rispen; Deckblätterklein, lanzettlich oder linealisch spitz; Blumenhüllbl ättchen länglich, stumpf, verlieft, ge-wintert, gelbgrünlich; Stau bgefasse etwas länger als die BlumenhüUe, mit kurzen, fadigen,kahlen Staubfäden und länglich walzenförmigen, 2fächrigen, grundständigen, von der Spitze"biszur Mitte seitlich aufspringenden Antheren; weibl. Blumen in einer deckblättrigen, eyförmi-gen Aehre oder Zapfen zusammenstehend; Deckblätter fast herzförmig-rundlich, kurz zuge-spitzt, fein gewimpert, zweiblumig, stehen bleibend und sich vergrössernd; äussere Blumen-hüUe eine rundlich-eyförmige, auf einer Seite am Grunde faltig einwärts geschlagene, wim-perige und bleibende Schuppe; innere Blumenhülle fast kugelig, ganz, mit ausgeschweifterMündung, bleibend; Fruchtknoten rundlich-ey förmig, mit 2 fadigen Griffeln, an denen dieNarben herablaufen; Frucht ein rundliches, etwas zusammengedrücktes Achaenium, umge-ben von seinen Blumenhüllen, auf denen sich gelbe, feine Körnchen befinden.
Off. Strobili Lupuli. — Die reifen Fruchtzapfen von braungelber Farbe, eigen thüm-lich aromatischem Geruch und bitterm, nicht angenehmem Geschmack, mit eingestreuten har-zigen, etwas klebrigen Körnchen; Embryo schneckenförmig-eingerollt.
Chemische Beschaffenheit: Die Fruch(zapfen des Hopfen enthalten nach Payen undChevallier aetherisches Öel; fetten Stoff; Chlorophyll; Bitterstoff; eine weisse vegetabilischeMaterie; Apfelsäure; Kohlensäure; saures salpetersaures, salzsaur<>s und sclrwefclsaures Kali;kohlensauren und phosphorsauren Kalk; Spuren von phosphorsaurer Magnesia; Schwefel;Eisenoxyd; Kieselerde und Wasser. — Die zur Zeit der Reife von dem gelben Hopfenstaubegesonderten Bracteen enthielten nach Pelletier, Payen und Chevallier's Untersuchungen: sehrwenig flüchtiges Oel; Bitterstoff und Harz; eine besondere grüne Materie; Eiweisstoff; Gummi;