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die obern einfach-gebuchtet: Blüthenköpfe von Blättern gehüllt; Scbuppen der Blüthen-decke mit Fiederdornen an der Spitze, Spinnweben-wollig.
Synonyme: Centaurea benedieta Linne u. der meisten Schriftsteller*, Cnicus benedic-tus Gaerlner. — Deutsche: Cardobenedicten, Bitterdistel, Spinnerdistel, gesegnete Distel,Bern- oder Bernhardinerkraut.
Vaterland: In mehrern Gegenden des südlichen Europa von Spanien bis nach Klein-Asien. Blüht im -Hochsommer.
Besehreibung: Wurzel einjährig, senkrecht, ästig, wurzelfaserig, weiss; Stengelvom Grunde an sparrig-ästig, eckig, gefurcht, rührig, roth, mit langen weissen klebrigen Ilaa-ren besetzt; Wurzelblätter sehr lang, zum Blattstiel sich verschmälerud, fiederspaltig-ge-buchtet, die Zipfel entfernt buchtig-gezähnt; Stengelblätter sitzend, halb herablaufend, ey-lanzettförmig, spitz, einfach gebuchtet und gezähnt; die Zipfel und Zähne spitz-dornig, allenetzförmig-aderig und mit weissen etwas schmierigen Haaren besetzt; Köpfchen endslän-dig, umgekehrt kugelich-eyförmig, einzeln, von mehreren Blättern umhüllt, xon denen die äus-seren herzförmig, die inneren länglich sind, alle aber den übrigen Stengelblätlem ähnlich undkaum länger als das Köpfchen sind; Schuppen der Blüthendecke dornspitzig, am Randehäutig, mit lockerer spinnwebenartiger Wolle bedeckt; die Dornen aufrecht oder auswärts-gebogen, röthlich, an den äussern Schuppen einfach, durch straff abstehende Haare gefiedert,an den innern gefiedert, die Ficdern durch kürzere Haare wieder gefiedert-, Blumen krönengelb, der äussern geschlechtslosen vier bis sechs, mit dreitheüigein Saume und linealischenspitzen Zipfeln, der innern zwitterlichen viele mit regelmässigem 5spaltigem Saum und spit-zen Zipfeln; Staubgefässe 5, Staubfäden fadig, behaart, Staubbeutel linealisch, gelb, mitrothen Rändern in eine 5seitige, oben etwas gekrümmte und schwach bauchige Röhre ver-bunden; Griffel die Staubgefässe überragend, fadig, kahl, nur oben unter den Narben miteinem Haarring umgeben; Narben stumpf; Saamenkrone dreifach, äusserste ein gezähnterhäutiger kurzer Rand, zweite aus 10 langen steifen Borsten bestehend, welche die Länge desAchaenium haben, innerste klein, aus 10 kurzen mit köpfchentragenden Härchen besetztenBorsten bestehend; Achaenium cylindrisch, wenig gekrümmt, gestreift, bräunlich, der Nabelan der schief-abgestutzten Basis; die Spitze mit einem ringförmigen Wulste, an welchemdie Saamenkrone befestigt ist und einem im Mittelpunkt liegenden Knöpfchen versehen;Fruchtboden flach, mit borstigen Schuppen (Bracteen) und durch erhabene Höckerchenetwas grubig.
Off. Herba Cardui benedicti — Pracp. Extractum Card, bened. — Das Kraut wirdim Sommer gesammelt, so wie sich die Blumen zu entwickeln beginnen, es ist von sehr an-haltend bitterm Geschmack, trocken geruchlos, frisch von eigentümlich unangehmem Geruch.Das Extract aus dem Kraut bereitet ist von grünlich braunschwarzer Farbe.
Veneechslungen: Am ähnlichsten sind noch die Blätter des Cnicus (Cirsium) olera-ceus, aber sie unterscheiden sich leicht, da sie fast unbehaart, und am Rande mit zahlrei-chern dornigen Zähnen besetzt sind, ferner getrocknet nicht das stark hervortretende Gefass-netz wie die Cardobenedictenblätter zeigen und ganz des bittern Geschmacks entbehren.
Chemische Beschaffenheit: Das Cardobenedictenkraut enthält nach Soltmann: 4,5 grü-nes weiches Harz; 15,5 bittern Extractivstoff; 8,3 Schleim und Gummistoff; ausserdem schwerfeisauren Kalk, schwefelsaures und salzsaures Kali.
Nutzen: Dies bittere Mittel stand früher in grösserm Ansehen als jetzt, da man esgegen viele sehr schwere Uebel, wie Pest und Typbus, für wirksam hielt, jetzt aber wird es