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H y o s c j a m u s n i g e r.
Syst. sex. Pentandria Monogynia. — Syst. nat. Solaneac Juss.
Char.
gen.
Kelch bauchig-rührig, bleibend,
5-zähnig; Blume irichlerig mit kurzerRöhre und etwas schiefem, ungleich-fünflappigem, aufrecht-abstehendem Saum; Staubge-fässe 5, oben an der Röhre eingefügt, mit dem fadigen Griffel etwas abwärts gebogen-,INarbe kopfig; Kapsel bauchig, oben verengt, mit rund abgeschnittenem Deckel absprin-gend, 2-fächrig, -vielsaamig; Saamen vertieft punctirt, an einem rundlichen, an der Achseder Scheidewand befestigten Saamenträ'ger, mit gekrümmtem Embryo.
Char. specici: Wurzel zweijährig: Blätter eyförmig-länglieh, fiederspallig-gebuch-tet, die grundständigen gestielt, die stengelständigen halbumfassend, die blüthenständigeu obernbeiderseits ein- und zweizähnig; Blumen fast sitzend.
Synonyme: Hyoscyamus nigerL. und aller Autoren. — Deuts che: gemeines oderschwar-zes Bilsenkraut, Kasewurz, Zankkraut, Zigeunerkraut, Hühnertod, Saubohne, ToJlkraut u. s. w.
Vaterland: In und an Dörfern und bebauten Orten an den Hecken, Zäunen undMauern durch ganz Europa: von Schweden bis Sicilien und von Russland bis Portugal, je-doch stellenweise fehlend. Blüht im hohen Sommer.
Bcselireibung: Wurzel zweijährig, spindelich, einfach oder ästig, weisslich; Sten-gel aufrecht 1-| — '2 F. hoch, einfach oder wenig ästig, rund, mit langen abstehenden klebri-gen Zottenbaaren bedeckt; Blätter ebenfalls zottig-weichhaarig und klebrig, die untersten6is einen Fuss lang, tief eingeschnitten gebuchtet, die Lappen zugespitzt, sparsam grob-gc-zülmt; die stengelständigen sitzend, halb umfassend, mit an der Basis vorgezogenen, stumpf-üchen Seilenlappen, die obersten und bhimenständigen Blattei" weniger gebuchtet, endlich, nurnoch mit zwei oder einem grossem Zahn auf jeder Seite nach dem Grunde hin ^ ersehen.Blumen kurz gestielt, in den Achseln der obern Blätter oder Deckblätter und so eine an-fangs mit der Spitze eingekrümmte, später grade aber einseitswendige, beblätterte oder deck-blättrige, lockere Aehre bildend; Kelch sehr zottig, netzadrig, mit fünf eyrunden, spitzen undkurz stachelspitzigen Zähnen; Blumenkrone horizontalstehend, nach unten vorgezogen,schwefelgelb mit feinem dunklem Adernetz, dessen Adern nach dem Grunde breiter und dun-kel purpurn werden und das Innere der Blume von oben hinein gesehen fast schwarz erschei-nen lassen; Staubgefässe ungleich, kürzer als die Krone, nach unten herabgebogen, mitpfriemlichen unten zottigen Staubfäden, länglichen blau-violetten Staubbeuteln und weissemFolien; Stempel einfach, so lang als die Staubgefässe, mit rundlichem Fruchtknoten, faden-förmigem, herabgebogenem, unten kurz behaartem Griffel und kopfiger Narbe; Kapsel vomKelch umschlossen, rundlich-eyförmig, stumpf, S^fächrig; Saamen nierenförmig, dunkel, ver-tieft punctirt.
Off. Folia Hyoscyami; Semen H. — Praept Oleum Hyoscyami coctum; Tinctura II,Emplastr'um IL, Extractum Hyoscyami herbae recentis. — Die BläKcr werden gesammelt,wenn die Pflanze zu blühen beginnt, werden vorsichtig getrocknet, dürfen aber nicht überein Jahr aufbewahrt, sondern müssen alljährlich neu gesammelt werden, sie sind von wider-derlich - narkotischem Geruch. Die reifen Saamen werden ebenfalls sorgfältig aufbewahrt.Das Oel wird durch Auskochen des Krauts gewonnen, es ist von grüner Farbe: die Tinc-tura ebenfalls aus dem Kraut, sie ist gleichfalls grün. Das Extract muss aus dem frischenKraule der wild gewachsenen Pflanze bereitet werden, das Pflaster aber mit puherisirtentrocknen Blättern, es ist braun-grünlich.