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Rubia tinctorum.
Syst. sex. Tetrandiia Monogynia. — S/st. nat. Rubiaceae Juss.
Char. gen. Kelch ran d: oberständig, 4 kleine bei der Fruchtreife verschwindendeZähnchen; Blumenkrone: flachglockig, 4 (selten 3 oder 5)spaltig; Staubgefässe 4—5,kronenständig; Griffel: 2theilig; Frucht: 2 kugelige eng verbundene einsamige Beeren>
Char. speciei. Stengel: krautig, stachelig; Blätter: in Quirlen von 4 — 6, ellip-tisch-lanzettlich, am Rand und Kiel rückwärts stachlig; Kronenzipfel: meist 5, eirund,zugespilzt, mit eingebogener Spitze.
Synonyme: Rubia tinctorum L. u. aller Autoren. — Deutsche: Grapp, Krapp,Meergrapp, Färberwurzel, Färberröthe.
Vaterland: Auf Feldern, an Hecken und an berasfen Stellen längs der Seeküste,vom Kaukasus und Persien durch Taurien, Griechenland bis nach Italien und Frankreich,auch in Kleinasien, häufig auch in etwas nördlicheren Ländern cultivirt und dort auch ver-wildert. Blüht im Anfange des Sommers.
Beschreibung: Wurzel ausdauernd, lang und tief unter der Erde kriechend, durcfilang-gegliederte, blutrofhe oder gelbliche, federsdicke Wurzelsprossen, die an den Gelen-ken gegenüberstehende Knospen und an den Gliedern viele kurze Fasern haben; Sten-gel 2 — 3 F. hoch, 4seitig, an den Kanten mit kleinen zurückgekrümmten Stachelchenbesetzt, ästig; Blätter sitzend, quirlständig, unten am Stengel und an. den besten, zu4 und 5, am obern Stengel zu 6, elliptisch- oder breit-lanzettlich, spitzig, kahl, am Randeund Kiel mit rückwärts gekrümmten Stacheln besetzt; Blumen auf den Nebenästen inblättrigen Rispen, welche aus gabeltheiligen Trugdolden mit unpaarer Blume bestehn, un-ter der Gabeltheilung auch nur gegenständige Blätter; Blumenkrone gelb, gewöhnlichötheilig; Frucht häufig durch Fehlschlagen nur aus einer Beere, erst grünlich, dann tiefschwarz, kahl und glänzend; Samen auf der äussern Seite convex, auf der innern mit tie-fer Grube.
Off. Radix Rubiae. — Die Wurzel wird im Herbst gesammelt und getrocknet, siebesteht aus cylindrischen, dickern und dünnern Stückeu, mit länglich-runzlicher, röthlicb-brauner Oberfläche, innen aus einer dunkel-braunrothen Rinde, schmutzig blass-röthlichexaHolze, welches selten eine Markhöhle zeigt; gekaut färbt sie den Speichel roth.
Chemische Beschaffenheit: Da die Wurzel als Farbestoff von Wichtigkeit ist, sohat man sich vielfältig mit ihrer chemischen Zerlegung beschäftigt. Buchholz fand in derWurzel: 1,2 harziges Krapproth; 39,0 extractives Krapproth (mit Zucker gemengt); 1,9rothbraune in Kali und erhitztem Weingeist lösliche Substanz; 0,6 beissenden Extracfiv-stoff; 9,0 rothbraunes Gummi; 22,5 noch etwas röthlich gefärbte Holzfaser; 4,6 nur in KaGlösliche Substanz; 1,8 pflanzens. Kalk mit Farbstoff; 12,0 Wasser; 7,4 Verlust. John: 1,0rothbraunes wachsartiges Fett; 3,6 harziges Krapproth; 20,0 extractives Krapproth; 5,0oxydirten Extracfivstoff; 8,0 bräunliches Gummi; 43,5 Holzfaser; saures Weinsteins. Kaliund Kalk; ungefähr 2,0 phosphors., salzs. und Schwefels. Kali; 7,50 phosphors. Kalk mitMagnesia; 0,50 Eisenoxyd (mit Phosphors.?); 1,50 Kieselerde. Kuhlmann: rothen Farbe*.Stoff; gelben Farbestoff (Xanthin); Holzfaser, Pflanzeusäure; schleimigen Stoff; thierisch*vegetabilische Materie; Gummi; Zucker; Bitterstoff; riechendes Harz, u. s. w. Der Farbe-stoff ist in der Wurzel mit Apfelsäure verbunden; gegen 16 pCt. vom Gewicht der Wurzelsind -Zucker (wahrscheinlich Traubenzucker) und 3 pCt, Gummi. Der rothe Farbestqff