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2 (1833)
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Deutsche: Gemeiner oder europäischer Haselwurz, Weihrauchkraut, wilder Nardus.deutsche Breclrwurz.

Vaterland: An steinigen kalkhaltigen Orten, in schattigen, trocknen und hergigenGegenden, unter Gebüsch und in lichten Wäldern. In Grusien, Volhynien, Podolien, Lit-thauen, Preussen, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, England, Schottland und Schwe-den. Blüht im Anfange des Frühlings.

Beschreibung: Stengel: auf oder in der Erde liegend, stielrund, mit starken fasri-gen Wurzeln in der Erde befestigt, horizontale Aeste ausschickend, welche an ihrem Endekurze, 1 l^ Z. lange, aufrechte, mit einigen grossen, eiförmigen, häutigen, oft gefärbtenSchuppen besetzte, zweiblättrige und einblumi^e Stengel hervortreiben. Krause geglie-derte Hare finden sich an den jungen Stengeln, an den Blatt- und Blüthenstielen, an derBlume und am Rande der Schuppen, verlieren sich aber im altern Zustande; Blätter:lang-o-estielt, breit-nierenförrnig mit schmal-herzförmigem Ausschnitt an der kurz-keilförmi-gen Basis und kaum bemerkheber stumpfer Spitze oder mit einer Ausrandung; übrigenssind die Blätter etwas lederig, fussnervig, mit breitmasebigem Adernelz, oben dunkelgrünund glänzend, unten bleicher auch wohl roth angelaufen, auf beiden Seiten mit kurzenzerstreuten Haren besetzt, welche auf der Oberseile auf den Nerven häufiger und dichterstehn; Blattstiele leicht rinnenförmig; Blumenstiel vici kürzer als die Blattstiele zwi-schen denen er steht, hakenförmig gebogen; Blumenhülle: aussen grün und braunrothüberlaufen, innen dunkel-blufroth, mit nach innen gebogenen Zipfeln.

Off. Asari radix. Der wurzelartige Stengel wird im August gesammelt, getrocknetaufbewahrt-, er ist von eigenthümlichem kampferartigen Geruch und bitterm und scharfemEkel erregendem Geschmack; die getrockneten Stengel oder sogenannten Wurzeln sindhell- oder schwarzbräunlich, etwas hin- und hergebogen, der Länge nach etwas runzlich.mit den erhabenen Narben der Biälter hier und da besetzt und mit einzelnen starken Wur-zeln versehn, auf dem Querschnitte mit einer braunen dem Umfange folgenden Linie nachdem Rande hin.

Chemische Beschajfh/iheif: Lassaigne und Fenculle fanden darin Haselwurzkampfer(Asarin), sehr scharfes fettes Oel, Gummi, durch kohlensaures Kali ausgezogenes Slärk-meh] und Ulmin, Holzfaser, Citronensäure, eitronensauren und apfelsauren Kalk, essigsaureSalze, Ammoniak- und Kalisalze. Regembeau will dagegen einen dein Emetine ganz ähn-lichen Stoff in der Wurzel gefunden haben. Man erhält das Asarin, wenn man die trockneWurzel mit 8 Th. Wasser destillirt bis dass 3 Th. übergegangen sind. Es schiesst indurchsichtigen perlmutterglänzenden vierseitigen Tafeln an, riecht uud schmeckt campher-artig, schmilzt in kochendem Wasser, erhitzt verflüchtigt es sich ohne Rückstand unterVerbreitung stark zum Husten reizender Dämpfe; Wasser löst es schwer, Alcohol leichtauf; innerlich genommen erregt es Erbrechen.

Nutzen: Die Haselwurz wurde in der Medicin früher als ein Brechen erregendesMittel benutzt, da sie aber auch gewöhnlich zugleich Purgieren hervorbringt, und mit derZeit ihre Kräfte verliert, welche mehr flüchtiger Natur zu sein scheinen, so gebraucht mansie jetzt nur seltner zu diesem Zweck und wendet sie mehr bei Stockungen im Unter-leibe, bei Verstopfungen, Wassersuchten, in geringen Dosen auch bei Durchfälleu an, fernerbei Leiden der Schleimhäute, Gatarrhen, Ohrenflüssen, Lähmung der Zunge u. s. w. Sonstwaren die scharf und drastisch wirkenden Blätter der Pflanze auch im Gebrauch.

Erklärung der Kupfertafei 132. Eine ganze Pßanze blühend in, nat. Gr.: a) eine Blume, nachdemder Rand der Blumenhiille forlgenommen, b) ein Staubgejäss, beides vergr., c) eine Blume in nat.Gr., d) die vergr. und quer durchschnittene Kapsel, e) ein Hamen in nat. Gr.

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