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Stengel 1—3 F. hoch, röhrig, kantig gerieft; Blätter mit länglichem Umriss, doppeltgefiedert, die Fiedern gegenüberstehend, sitzend, fiederspaltig-vieltheilig, die Zipfel linea-lisch, spitz mit Stachelspitzchen; die untersten Fiederchen an der Hauptrippe ein Kreuzbildend; die Scheiden der Blattstiele etwas aufgeblasen, häutig, breit-randhäutio-, obenstumpf zweidhrig, an ihrer Basis auf jeder Seite mit einem vieltheiligen falschen Neben-blatt, die obern vi«l kleinere, weniger zertheilte, verkümmerte Blättchen mit schmalen Zip-feln tragend; Dolden gestielt, gegenblattständig 6 —16strahlig; die allgemeine Hülle zu-weilen aus 1 — 2 sehr verkümmerten Blättchen bestehend, oder ganz fehlend; Blumenweiss; Frucht 2 Lin. lang, braun mit weisslichen stumpfen Riefen, die Striemen ziemlichbreit; jedes Achaenium länglich, an beiden Enden spitz, mondsichelförmig gekrümmt, mitsehr convexem Rücken und flach-coneaver Berührungsfläche.
Off. Semen Carvi; Oleum Card. — Die reifen Früchte werden gesammelt undaufbewahrt; sie haben zerrieben einen eigenthümlichen erwärmenden etwas bitterlichen ange-nehm-gewürzhaften Geruch und Geschmack; das aus ihnen gewonnene Kümmelöl ist blass-gelb, geht mit der Zeit in eine mehr braune Farbe über, hat stark den Geruch und Ge-schmack des Kümmels und ein spec. Gew. von 0,95.
Chemische Beschaffenheit: Eine chemische Analyse des Kümmels ist noch nichtunternommen. Der wirksame Stoff ist das ätherische Oel, welches zu den sauerstoffhalti-gen aromatischen gehört.
Nutzen: Der Kümmel wird in der Haushaltung als ein Gewürz zu manchen Spei-sen besonders des Brodtes genommen und häufig gebraucht um Brantwein darüber abzit-ziehn. Die jungen frischen Wurzeln sollen auch zu Salaten und die zarten Blätter zuBrühen benutzt werden. Medicinische Anwendung findet der Kümmelsame und das Küm-melöl theils innerlich als Blähung treibendes, Magen reizendes, erwärmendes und Schleimauflösendes Mittel, welches auch die Secretion der Milch vermehrt; theils das letzterenusserlich, allein oder in Verbindung mit andern Mitteln, als Salbe zu Einreibungen auf denUnterleib bei Flatulenz oder endlich als Zusatz zu Klystieren.
Erklärung der Kupfertafel 131. Eine ganze Pflanze durchschnitten in nat. Gr., a) eine Blume, b) dasPistill, beides vergr., c) die Frucht in nat. Gr., d) dieselbe rergr., e) ein Achaenium fergr. längsund f) eins ebenso quer durchschnitten.
Asarum europaeum«
Syst. sex. Dodecandria Monogynia. — Syst. nat. Aristolochiae Juss. Asarineae Kuntfi.
Char. gen. Blumenhülle: oberständig, glockenförmig, 3—4spaltig, lederig, ge-färbt, bleibend, Zipfel aufrecht; Staubge fasse: 12, auf dem Fruch!knoten, mit pfriemli-chen Staubfäden, an welchen die Staubbeutel, ungefähr in der Mitte, ihrer Länge nach an-gewachsen sind; Griffel: cylindrisch mit grosser, .6lappiger und 12furchiger endständigerNarbe; Kapsel mit der bleibenden Blumenhülle verwachsen, nicht aufspringend, 6fäche-ri°-, die Scheidewände im Centrum nicht verwachsen; Fächer vielsamig; Samen aufeiner Seite coucav, auf der andern convex mit einer längs herablaufenden unvollkommenenSamendecke.
Char. speciei. Blätter zu zwei, nierenförmig. stumpf.
Synonyme: Asarum europaeum L. u. d. Schriftsteller; Asarum officinale Mönch. —