Druckschrift 
2 (1833)
Entstehung
Seite
27
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Ti

Cynoglossum officinale.

Syst. sex. Pcntandria Monogynia. Syst. nat. Asperifoliae s. Borragineae Auct.

Cliar. gen: Kelch: 5theilig, unterständig; Blumenkrone:

trichterförmig,Frucht:

am

Scldunde mit aufrechtstehenden Schuppen; Staubgefässe: 5; Stempel: 1;Achaenien an der Mittelsäule befestigt, niedergedrückt, am Grunde nicht genabelt,Char. speciei: Stengel: aufrecht, beblättert; Blätter: weichhaarig - filzi & ,

vier

stachlig.

untere

Grunde verbreitert; Trauben; wäh-

breit lanzettlich, am Grunde verschmälert, obere, am

rend des Biühens rispenartig stehend; Staubgefässe: eingeschlossen.

Abänderungen: Die Blumen, welche gewöhnlich düster bluthroth mit dunkelnAdern sind, zuletzt ins Violette ziehn und purpurbraune Schlundschuppen haben, kommenauch weiss vor mit hellrothen Schlundschuppen.

Synonyme: Cynoglossum officinale h. und aller Autoren. Deutsche: Grosseoder gemeine Hundszunge.

Vaterland: Auf trocknen wüsten Stellen und unbebauten Orten, an und in Dör-fern, am Rande der Wälder, Triften u. s. w. fast durch ganz Europa, vom südlichen Schwe-den bis Balien und von Russland bis Portugal. Blüht im Soniner.

Beschreibung: Zweijährige Pflanze: Wurzel: grad herabsteigend, stark fleischig, ein-fach, vom walzenförmigen Kopf allmählig in eine lange Spitze auslaufend, aussen glatt und

braun, innen weiss und sehr schleimig; Stengel: bis 3 F. hoch, grade, aufrecht, nachoben hin ästig, mit "weichen anliegenden Haaren besetzt. Blätter: mit ganzem und wol-ligem Rande, auf beiden Seiten weichhaarig-fdzig, die wurzelständigen und untern stengel-ständigen gestielt, länglich, lanzettlich, in den Blattstiel verlaufend, sehr gross, die obernstengelständigen sitzend mit breiterer Basis; Trauben: einseitswendig, anfangs zurückgerollt,deckblattlos, endständig am Stengel und dessen Zweigen, welche kürzer als er; Kelch: zot-tig, mit länglichen stumpflichen Zipfeln; Blumen: mit kurzer dicker und weisslicher Röhre,aufrecht glokfgem Saum, der, etwas länger als die Röhre, stumpfe Zipfel hat; Schlund-schuppen: sammf/ilzig, oben verdickt und sehr stumpf; Staubgefässe: kürzer als dieSchlundschuppen; Achaenien: auf der Aussenseite sehr platt, mit kurzen, kegelförmigenan der Spitze wiederhakigen, am Rande dichter stehenden Stacheln besetzt, Rand wiemit einer dicklichen Wulst umgeben.

Off: Radix Cynoglossi. Die oben beschriebene Wurzel wird gewöhnlich derLänge nach zerschnitten und so getrocknet aufbewahrt, sie ist dann ohne Geruch, von fadem,stark schleimigem, etwas bitterlichem Geschmack.

Chemische Beschaffenheit: Nach Cenedilla enthält die Wurzel der Hundszungeeinen eigenthümlichen Riechstoff (die ganze Pflanze hat frisch einen unangenehmen Geruch),fettes Oel, ein Harz, Extractivstoff, Gummi, Gerbestoff, apfelsaures Kali, oxalsauren und es-Kalk und Fruchtmark.

Nutzen: Man- hielt sonst die ganze Pflanze für sehr narcotisch, was sich aber nichterwiesen hat, und sie ist in neuerer Zeit wenig im Gebrauch. Man hat sie bei Husten,beim Durchfall, bei Blutflüssen und gegen Scrofeln empfohlen und das frische Kraut zuerweichenden Umschlägen.

sigsauren