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Verwechslungen: Das Opium findet sich oft verfälscht mit Erde,Sand Süssholzsaft, Aloe, Schöllkraut-extract, Kuhmist, Lein- oder Sesamölu. s. w. Man erkennt solche Verfälschungen, wenn es sehr dunkel gefärbtist schwach oder brenzlich riecht, den Speichel schwarzbraun (nicht grün-lich) färbt, beim Schneiden knirscht, nach dem Austrocknen sehr weichund schmierig bleibt, oder sich zu staubigem Pulver zerreiben lässt.
Chemische Beschaffenheit: Das Opium ist sehr häufig untersuchtworden wir wollen hier alle diejenigen Bestandtheile angeben, welchedarin angetroffen wurden. Eigenthümliche Stoffe im Opium sind: dasMorphin 3 (Morphium, Sertürners erstes Morphiumoxyd), das Narcotin(Opian, Papaverin, Sertürners 2tes Morphiumoxyd, Derosnesches Salz)und die Meconsäure; ausserdem sind noch im Opium gefunden: ein we-nig Hartharz, balsamartiges Weichharz, Cacutchouc, bittrer Extractivstoff,Gummi, Holzfaser, Kleber oder Eiweiss, Essigs., schwefeis. Kali u. Kalk,Thonerde, Wasser u. Unreinigkeiten. Die Mekons. und das Morphiuuibefinden sich im Opium als saures mekonsaures Morphium in Verbin-dung. Das Narcotin scheint auch mit einer Säure, die vielleicht Essigs.ist, verbunden zu sein. Ausserdem scheint noch ein flüchtiger Stoff imOpium zu sein, der dessen eigenthümlichen Geruch bedingt und durchErhitzen entfernt wird, über seine Natur weiss man nichts. Neuerlichsthat man noch eine eigene Säure (acide codeique) im Opium entdeckt,welche mit Morphium darin verbunden sein soll; aber eine Verbindungdes Morphins mit Blausäure, die man auch fand, bleibt zweifelhaft. Unterden angegebenen Stoffen sind nach Orfila das Morphinsalz, das Narcotinund der riechende mit Wasser überdestillirbare Stoff diejenigen, welchendas Opium seine giftigen Eigenschaften verdankt, welche Stoffe jeder fürsich auf besondere Weise wirksam sind. Das Narcotin ist nicht alcalisch,krystallisirt in graden Prismen mit rautenförmiger Basis, erhitzt schmilzt eswie Fett, Geruch und Geschmack hat es nicht; es lässt sich im festenZustande oder in Salzs. aufgelöst in starken Dosen ungestraft verschlucken,dagegen in Essigs, u. Schwefels, so wie in Olivenöl aufgelöst, bringt es hef-tige Erregungen und den Tod hervor. Das Morphin, eine weisse alca-lische Substanz, in Parallelepipeden krystallisirend, fest, geruchlos, sehrbitter, nicht entzündlich, in Wasser fast unauflöslich, durch schwache Säu-ren bes. Essigs, leicht löslich, bringt eben so wie das essigs. Morphin ingeringen Gaben Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächung des Gesichts, Seh-nenhüpfen u.s.w. in grössern Kitzeln der Haut ohne Schweiss, Verstopfungund Mangel an Urinabsonderung, auch heftige Diarrhoeen u. Erbrechen,gesunkenen Puls, endlich den Tod hervor. Die Mekons. scheint für sichohne giftige Eigenschaften zu sein. Die Saamen des Mohns haben keinenarcotischen Eigenschaften; das aus ihnen gewonnene Oel gehört zu