Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
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153
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Beschreibung: Wurzel: verschieden gebogen, senkrecht, fast ein-fach herabsteigend"; Stengel: aufrecht, grade, bis 2 F. u. darüber hoch,rund, glatt und kahl, unten einfach, nach oben ästig; Blätter: sitzend,zerstreut stehend, lanzettlich-linealisch, spitz, ganzrandig, kahl; Blumen:endständio- am Stengel und dessen Zweigen; Kelchbätter: 5, eiförmig,spitz oder stachelspitzig, dreinervig, am Rande häutig, weisslich: Blu-menblätter: 5, dÄaelt so lang als der Kelch, rundlich-spatheiförmigzurückgedrückt, dumlelblau; Staubgefasse: 5, kürzer als die Krone;Staubfäden: pfriemlich, unten breiter, und in einen Ring verwachsen,auf welchen mit ihnen wechselnd 5 kleine Spitzen (unausgebildeteStaub-gefässe stehen; Staubbeutel: 2fächrig, herzförmig, länglich, an der Basis2spalti°*, am Ende der Spalte auf dem Rücken aufliegend-angeheftet;Griffel: 5, neben einander liegend, mit keulenförmigen Narben; Kapsel:halbkugelig, stachelspitzig, 5klappig; Klappen: stachelspitzig: Saamen:hellbraun, glänzend, glatt, zusammengedrückt, elliptisch, an beiden Endenspitz.

Off-' Semen lini. Oleum lini.Praep.: Oleum lini rec. paratum.Oleum lini sulphuratum (corpus pro balsamo sulphuris: balsamum sulphu-ris simplex). Der reife Saamen und das daraus gepresste Oe\, welchesam besten durch kaltes Auspressen gewonnen wird. Es darf nicht ran-zig seyn.

Chemische Beschaffenheit: Der reife Leinsaamen enthält nachLeo Meyer: 11,265 fettes Oel; 0,146 Wachs; 2,488 Weichharz; 0,550 har-zigen Farbestoff; 0,926 dem Gerbestoff nahe verwandten gelben Farbe-stoff; 0,991 desgl. mit verschiedenen Salzen; 6,154 Gummi; 2,932 Kleber;2,782 Eiweiss; 44,382 Emulsin und Hülsen; 10,864 süssen Extractivstoffmit apfelsauren Salzen; 15,120 Pflanzenschleim mit freier Essigs., e'ssigs.Kali; phosphors. Magnesia, phosphors. Kalk, Schwefels, u. salzs. Kali, 1,480Stärkmehl mit salzs. Kalk, schwefeis. Kalk u. Kieselerde. Das Leinölgehört zu den trocknenden fetten Oelen, ist hellgelb, von eigenem schwa-chem Geruch und Geschmack; sein spec. Gewicht varirt zwischen (0,928und 0,932 nach Berz.) 0,930 und 0,940 nach der Pharmacopöe.

Nutzen: Die Benutzung des Flachses zur Leinewand und dadurchzur Papierbereitung ist allgemein bekannt. Die Saamen werden in derMedicin wegen ihres fetten Oelgehaltes und Schleimes zur Bereitung beru-higender und erweichender Mittel innerlich und äusserlich gebraucht,oder in Pulverform äusserlidi zu Umschlägen bei Wunden, Geschwülstenu. s. w. angewandt* Das Leinöl, welches eine manigfaltige Anwendungzur Bereitung von Firnissen, Farben, Buchdruckerschwärze findet, wirdso wie die Saamen als ein abstumpfendes, einhüllendes, schlüpfrig ma-chendes Mittel benutzt.

Erklärung der Kupfertafel 78- Eine blühende Pflanze in nat. Gr., a) b) Ke.lcfiblälter,

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