t/ /i F i) c».
«^»3
Si« ftnd genniniczNch etwas gebogen und haben auf ihrer Oberfläche der Länge nach line. odermehtl« Furchen, eine ganz feine schwarz« Haut und auf dieser einen sehr feinen färbenden Staub.Sie haben einen bitteren, zuweilen füßilchten, immer aber etwas scharfen und ekelhaften Geschmeck.Das Mehl, das daraus gemahlen wird, hat eine braun« blaue Farbe und einen häßlichen Geruch,de» noch stärker wird, wenn man es mit warmen Wasser vermengt. Der Vrotteig wird davon flies«send, und gar nicht fest und das gedackene Brot bekommt leicht Risse, und zerfällt zuweilen, so baldes auf dem Ofen kommt, in Stücke. Hühner und Schweine, denen man diese Körner oder dasWasser, worin dies? gewaschen worden, zu saufen gibt, werden davon krank. Auch Enten, Gänseund Fliegen, die man durch den Hunger und durch die Vermischung mit Kleien oder durch Kochenmit Milch dazu zwingt/ sterben oft davon.
In Ländern und in Jahren, wo diese Krankheit unter den Roggen (aber auch unter denWalzen und Gerste) gemein war, sah man unter den Einwohnern, die von solchen genossen,vornehmlich unter denen, die genöthigt waren, ihr Getreide sogleich nach der Ernte zu verback, n, undzu speisen , sehr oft bald nach der Erntezeit eine umgehende Seuche (die sogenannte Krampfsuchtoder Kriebelkrankheit *) entstehen, die mit den fürchterlichsten Zufällen begleitet und beiKindern gefährlicher als bei Erwachsenen und unter dem männlichen Geschlechle gemeiner als unterdem weiblichen war.
Anfangs fühlen die Kranken eine Mattigkeit ohne eine Ursache angeben zu können und in denSpitzen der Finger und Zhen ein Kribbeln als wenn Ameisen darinn herumliefen. Sie werden bloßan einigen Stellen schwatzblau und zuweilen erbrechen sie sich bcp dem ersten Anfall gewaltig, ihrL^uch bläht sich aus und wird h,<rt; ihre Sinne sind stumpf und werden e^ immer mehr. Sie be-kommen heftige Zuckungen in Händen und Füßen, nachher auch in den Knien und Schultern. DieZuckungen ziehen von einer Sl.lle zur andern, find gemeiniglich mit unerträglichen Schmerzen, baldmit einem heftigen Frost, bald mit einer brennenden Hiß« verbunden, lassen nach und kommen wie-der und dauern auf diese Art einige Wochen fort.
Die Kranken haben meistens starke Eßlust ohne sich sättigen zu können, sind äußerst schwach undmatt und klagen ::ber Schwindel und schweres Gehör. Ihre Glieder liegen steif und ohne alle Be-treuung da, oft werden sie ganz wahnsinnig und toll; dann verlieren sich die Schmerzen, aber mitdiesen auch nach und nach alle Empfindung; Hände und Füße trocknen gleichsam ein; ihre Haut wirdschwärz und runzelt sich zusammen, als wenn sie im Rauch gehangen hätte. Oft und zwar fast im»nnr, wenn dir Krankheit so weit kommt, zeiget sich eine Gränzünie zwischen dem absterbenden und»lcch lebenden Thcile, als ob man sie mit einem Aeymiltel gezogen Halle; so fallen oft, zuweilen oh-
') M. I. Wich man Beitrag zur Geschichte der Kriebellranfheit.Vieh Supplement » Vand.
P