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Suppl.- Bd (1822)
Entstehung
Seite
111
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flüchtig ist. Auch das Wasser zieht den riechenden Bestandlheil leicht aus, aber der Gcssmacl, denc^ davon annimmt, ist sehr schwach. Man weiß viele Beispiele, daß sie die vortrefflichsten Wirkun-gen z. B. in Asthma (krampfhafte Engbrüstigkeit), bei heftigen mit Erstickung verbünde-nen Husten, bei ausmergelnden Nachtsch.reißen, in der schleimichten Lungensucht, und in andern ge-fährU^cn Krankheiten hervorgebracht hat.

Ihre Kultur ist sehr leicht, nur darf sie im Winter nicht oft und viel begossen werden, sonstl iben die Wurzeln, und die Pflanze wird in einen kränklichen Zustand versetzt. Es ist demnachbesser, wenn man die Erde nur maßig feucht erhält, und noch übcrdieß vor dem Einsetzen derPflanze aus dem Voden des Topfes etwa einen Zoll hoch kleine Steine, oder groben Kies legt,wodurch die überflüssige Feuchtigkeit abgeführt wird; in warmen Sommerlagen kann sie oft undreichlich begossen werden. Sie liebt Dammerde, die aus verfaulten Pflanzentheilen entsteht, und un-gefähr mildem vierten Thcil Mßsand gemischt wird, oder gewöhnliche Ristbeeterde. Im Sommersieht sie im Frcyen, und dem Winter über im Glashause oder im Zimmer, in der Nähe der Fenster;bei einfallendem Tauwetter und wenn die Luft gelinde ist, kann man das Fenster einige Stundenöffnen und frische Lust einlassen, wodurch die Pflanze ungemein erquickt wird. Man vermehrt sieleicht durch Stecklinge (4 8 Z"N lange Zweige) welche in Töpfe, in die oben gedachte Erde ge-steckt und so lange an einen schattigen tcmperirten Ort gestellt werden, bis sie neue Triebe machen;die jungen Pflanzen gedeihin besser als die alten entkräfteten Stämme, dah« muß man sie nachobiger Vorschrift vermehren, und gleichsam zu verjüngen suchen.

Virginische Tradescanzie.

Vl'rginische Trandescanzie. Irsn'egc-Hnti» erect» Inevi5, Soribu« conßeztis. iVlillllict. Franz. Virßwi»n Spieler. V/ort. Die Wurzel ist perennirend, mit ausgebreiteten, flei-schigen Fasern versehen, aus welcher im Frühjahre ein 8 bis 12 Zoll hoher, aufrechter, glatter, inKnoten abgetheiller, und mit einigen Zweigen bedeckter Stengel heroortrcibt. Die langen,schmc.llanzettsö'rlnigen und glatten Blätter stehen wechselweise, und umfassen den Knoten desStengels fcheidcnartig. Am Ende des Stengels und der Zweige erscheinen die schönen vio,letblauen Vlüthen in Dolden dichtgedrängt beisammen. Ungeachtet viele Knospen da sind, soblühet doch nur immer eine, höchstens ein Paar Blumen aufeinmahl, und überdieß nur einigeStunden um Mittage. Nach dem Verblühen senkt sich de, Blüthen stiel abwärts, der Kelchschließt sich, und die Kroneu blattet fallen nicht ab, sondern ziehen sich zusa»mgeschrumpft in