Druckschrift 
Suppl.- Bd (1822)
Entstehung
Seite
95
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

ö V 7 ^v >< Zs ? 7/ t? 5.

9«

KNIN^NINllK c^Is^^ (3^1.1.1.

Gemeiner Klappertopf.

'lad. /y.

Klapperkraut; Klaffer; Kletsch: Hahnekamm; Rodel; Wiesenrodl: Lausekraut:Glitscher: Klingender Hans: Dorfradl; ^iu«utl,u5 ver«icoior. i.»mi,rK. ouc-^oi.

2. p. 62. Engl, Teltow Neittel Franz. <ür6e äu cuczuo. Der Stengel ist aufrecht, vier,eckig, nach oben ein wenig behaart.

Die Blatter stehen einander gegenüber, sind lanzettförmig, am Rande sägezahnig, auf deruitern Fläche blaßgrün, geädert. Di« Blumenin einer Endähre. Die Nebenblattchen (Lr»ot«^e)rundlich herzsörmig-langgespiht, eingeschnitten, gezahnt. Der Kelch bauchig, oierspallig, überallbehaart, die Vlumenkroneu gelb, zweilippig, tie Röhre gekrümmt, der Helm oder Oberlippe an de-Spitze ausgerandet, öfters Neilchenfärbig und mit 2 ziemlich großen Zähnen versehen, die 'Unterlippedreylappig, der mittele Lappen sehr kurz. Die Saamenkapsel fast kreisrund, zusammengedrückt,der Saame stach, am Rande bäulig/geflügelt, und gibt bei seiner Reife, wenn man die Pflanzeschüttelt, in d.r Kapsel ein Geräusch, daher der deutsche Namen Klapper.

Gehört zur 14. Klasse und 2. Ordnung, ist jahrig und blüht im Iuny und Iuly.

Wächst in Europa, besonders in Deutschland, auf feuchten Wiesen, und auf Aeckern sehr hausig.

Cs sind bisher noch keine Arzneykräste von dieser Pflanze bekannt, man weiß bloß, daßihre Blätter einen gelind anziehenden und bitterlichen Geschmack haben. So lange sie grün ist,wird sie von dem Viehe gern gefressen, kommt man aber in der Heuerndte auf die Wiesen, besondersauf diejenigen, die später, und nur einmahl gehauen werden, so wird man davon nichts als denStengel mit seinen Samenkapseln ohne Blätter ganz vertrocknet und kraftlos finden. Dasie also auf diese Art zum Heu gar nicht tauget, und als wahres Unkraut sür die Wiesen anzufhenist, so ist das beste Mittel, sie von solchen, wo sie häufig steht, sorgfällig zu vertilgen, welches amleichtesten dadurch geschieht, wenn man sie durch 2 Jahre hintereinander in der Blülhe abschneidetund grün verfüttern läßt, damit sie sich durch den Sa amen nicht fortpflanzen kann. Findet sie sichauf den Aectern unter dem Getreide, so gibt sie dem Rockcnmehle, und dem daraus bereitetenVrole, eine Festigkeit und blauliche Farbe, welches einen zwar unangenehmen, aber der Gesundheitunschädlichen Geschmack verursacht. Die Holländer kochen diese Pflanze imWasser und lödten da-

^<