Zeit de» Reift werben sie gelblich, und dann ists Zeit sie einzusammeln, weil sonst die öhlige Sub.stanz nicht nul verdunstet, sondern sogar ausstießt.
Die Erndte fängt mit dem Ende des Septembers an, und dauert bis zum Ausgang desDecemders. Man trocknet die Kapsel« sorgfältig etwa 14 Tage lang im Schatte» , und über«zieht sie nachher, damit sie weder durch Ausdünstung von ihrer Güte verlieren , noch von Insektenangegriffen werden, mitCacao- oder Ricinusöhl. Dies letztere geschieht mehr als einmal;dann packt man sie zu so, seltner zu ,00 oder iFO Stücken in Rohrblättcr, und umgibtdie Päckchen mit dünnen Zinn- oder Bleiplatten. So kommt diese Waar ein den Handel.
Es gibt 3 Sorten Vanilleschoten; die eineheißt Vanill« ä« 1^ oder lug; dieandere ?omrioiia und die dritte LimnroiT». Die erste Sorte ist die beste, und kommt eigentlichnur allein in den Handel. Die Blül he der Mutt erpflanze soll eben die seyn, welche eineschwärzliche Farbe hat. Die Schoten selbst sind beinahe 6 Zoll lang und etwas dicker, alsder Kiel an einer gemeinen Schreibfeder, aber zusammengedrückt; von Farbe dunkelbraun;schimmernd, aber nicht glänzend; fein in die Länge gerunzelt; an beiden Enden stumpf zuge-spitzt, am Stielende etwas gekrümmt; biegsam, doch zerbrechlich; einfächrig; von zäh« Sub-stanz'; im Innern der Länge nach mit vielen rundlichen, schwarzen Saamenkörn crn angefülltdie nicht größer als ein mäßiges Sandkorn sind. Sie riechen sehr angenehm , wie P erul> al,sa m, und haben einen starken, süßlich . aromatischen hißigen und lieblichen Geschmack. Von die-ser S,rte wiegt ein Päckchen mit so Stück wenigstens 5 Unzen, wenn die Waare gut ist. Esgibt aber auch Päckchen von 8 Unzen Gewicht; dies ist die feinste und kostbarste Sorte.
Das Vaterland der Vanille sind die wärmern Gegenden von Amerika sowohl des feste,.Landes, als der Inseln. Sie findet sich besonders häufig in Neuspanien, auf St. Domingo.Jamaika und andern Inseln auf unwegsamen und waldigten Gebirgen, die fast nur den Wildenzugänglich sind, und von ihnen erstiegen werden. um die Saamenk ap se ln einzusammeln undan die spanischen Kaufleul« abzusetze«. Einige Schriftsteller führen an. daß die Vanille auchin Ostindien wachse, welches aber ein Irrthum zu seyn scheint.
Die jungen Pflanzen tragen erst im dritten Jahre Früchte. Ob man dieses kostbareGewächs nicht in Westindien kultivirt, und ob dies lhunlich ftp, darüber weiß man noch nichtsbestimmtes, doch ists wahrscheinlich.
Die Europäer erhalten diese Waare aus dem spanischen Amerika über Cadix, sonst auch
aus Amsterdam und Genua.
Die vorzüglichste Benutzung dieses Gewürzes besieht darin, daß man es der Chocoladebeimischt, die dann für ein kräftiges Mittel zur Erregung des Geschlechtstriebes gehalten wird;außerdem kommt es auch zu dem Gefrornen. Da die Vanille .Heuer ist. so setz, man der
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