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und längste ist. II! Hinsicht auf Wuchs und Blüthenstand weichen beide Geschlechter von tili,ander ab. Bei der männlichen Pflanze lheilet sich de, Stengel oben in viele kleinere Aeste,die mit röthlichen, meistens abwärts hängenden Blüthen gekrönt sind, bei der weiblichenPflanze aber sitzen die Blüthen in den Bla ttwi nk cln. Er blüht i«l Juli und August.
Siehe die Z7<>. a. und die Z?6. b. Tafel.
Diese nutzbare Pflanze ist die einzige ihres Geschlechts. Sie stammt ursprünglich ansOstindien, und wachst auch in andern Theilen Asiens wild. Die ganze P fl.anze dauert nur ei?nen Sommer. Die Blätter sitzen aus langen Stielen einander gegenüber, sind länglich-schmal, fingerförmig und etwas gekerbt, und geben, besonders wenn man sie reibt, einen unan-genehmen Geruch von sich. Die männliche Pflanze heißt man Hanf, die weibliche Fimmel.Außer der Blüthe erkennt man die weibliche Pflanze auch noch an ihrer beträchtlichen GröFe,und den dunklern, näher beisammen stehenden Blättern.
Fetzt wird der Hanf in vielen europäischen Landern, besonders in Polen nnd Rußland,sehr stark angebaut. Er verlangt einen guten, selten und etwas feuchten Boden, in welchem diespindelförmige Wurzel recht lief eindringen kann. Ohne Züngung gedeihet die Pflanze m-rschlecht; man dünget daher den Acker mit gut verfaultem Miste. Tief gepflügtes Land ist gut,noch besser aber gegrabenes, das man recht fein harkt. Die Aussaat geschieht im April oderMai. Daß man nicht dick sähet, oder doch wenigstens nachher einen Theil der ausgegangenenPflanzen ausziehen muß, versieht sich von selbst; denn sonst würden die Pflanzen einander imWachslhum hindern. Indcß kommt dabei viel auf den Gebrauch an, den man von dem Haufemachen will. Soll er zu T,,uwerken, Stricken u. dgl. angewendet werden, so sähet man ihn dün-ner ; zum Spinnen aber und zur Gewandweberei dicker. Nach vollendeter Saat wird das Feldleicht geegget. Jedes zu tief in die Erde gedrungene Saamenkorn keimt nicht, sondern verfault.Ein warmer Regen befördert das Aufgehen der jungen Pflanzchen ungemein. Sind sie I oder 4Zoll hoch geworden, so jätet man alles Unkraut rein aus. Wann die Blülhenzeit vorbei ist, undan den männlichen Pflanzen die Büschel zu vertrocknen ansangen, so rauft mau sie aus, weil siesonst verdorren, und die Fasern verderben würden. Die weiblichen Pflanzen, welche den Saa-men tragen, werden ungefähr 6 Wochen später reis, sie müssen also noch stehen bleiben, bis derSaame seine gehörige Vollkommenheit erlangt hat. Das erkennt man daran, wenn die Blätterverdorren» und der Stengel gelb wird. Wollte man den weiblichen Hanf mit den männlichen zu-gleich ausreißen, so würden die Fasern von crstern noch nicht ihre gehörige Vollkommenheit er-langt haben, und das daraus verfertigte Gcspinnst würde nicht so fest werden. Von den welbli,chcn Stengeln klopft man nach dem Ausraufen den Saamen gehörig aus. Die getrockneten Hans«Vietz V. Band. C