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auch Rosoglio über bittere Mandeln abgezogen, der vorzuglich in Tuest verfertiget, undvon da nach den übrigen europäischen lande«, häufig ausgefiihret wird. — In derHeilkunst sind sie ihrer schaffen Bestandtheile wegen, als ein den Magen reizendes,den Appetit beförderndes und den Schleim auflösendes Mittel bekannt. Viele Menschenpflegen aus diesem Grunde des Morgens nüchtern einige bittere Mandeln zu genießen,was zwar keinen weitern Nachttzeil verursachet, aber in größerer Menge doch unsicherwerden würde. Ueberdieß sollen sie auch die Würmer und den Harn treiben, die Schlaf«losigkeit heilen, und gegen den Kopfschmerz Dienste leisten. In Arabien geben daher,wie uns Eamerarius erzählet, die Iudenärzte ihren Kranken nicht nur «Mein geflossenebittere Mandeln in Ziegen.oder Cameeln.ilch ein, sondern sie pflegen sie auch zerquetschtäußerlich auf die Stirne auffegen zu lassen. In den neuern Zeiten empfiehlt sie Unzerden Magen zu starken, und früher glaubte Thebesius an ihnen ein Mittel gegen dieWasserscheu gefunden zu haben. In gekochtem Wein gaben sie die Alten gegen den Bla.senstein, und ein Dekokt der Wurzeln der bittern Mandeln benutzten sie als ein Cosme-ticum, um die Flecken aus dem Gesicht zu bringen, und überhaupt eine reine zarte Hautzu verschaffen. Noch ist zu bemerken, daß die bitter« Mandeln von denen, die gerntrinken oder auch andere trunken machen wollen, als ein vermeintes Schutzmittel gegendie Trunkenheit im Rufe stunden >4). Plutarch und aus ihm Athen aus, Portaund andere erzählen, daß bey des Kaisers Tiberii Sohn Druso ein Medicus gewesenscy, welcher alle im Trinken überwand, sobald er vorher nur 5—6 bittere Mandeln ge-gessen hatte; verwehrte man ihm aber dieselben, so konnte er such den geringsten nichtmehr zu Boden trinken. Allein in unser», Zeiten ist das Vorgeben, als ob der Genußder bittern Mandeln der Trunkenheit wehren könne, ganz als grundlos bewiesen; lorryversichert vielmehr an sich das Gegentheil wahrgenommen zu haben, indem er von demGenuße 12 bitterer Mandeln gleichsam betrunken geworden.
Das Mandelöhl von bittern Mandeln kommt ganz mit dem von densüßen Mandeln überein; es hat keinen bittern Geschmack, weil die Bitterkeit der Man-deln nicht in den 'öhligten, sondern in den schleimigen und erdigen Theilen derselben steckt,die mit dem Oehle nickt übergehen. Die bitter« Mandeln geben aber nicht so viel Oehlals die süßen, man rechnet höchstens nur de« vierten Theil ihres Gewichtes. DarieSnahm 5 Pfund frische bittere Mandeln, zerstieß sie sammt ihrem braunen Häutchen,ließ die überfiüßige Feuchtigkeit mittelst cmer gelinden Hitze adrauchen, und pvcßte da.
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