3Z2
^^/^6D^5t?5.
werben, die Hälfte ihres Gewichtes an Oehl geben. Dehne '") erhielt von Fi Pfundauserlesenen lußen Mandeln kalt gepreßt, i Pfund 6 Unzen, und bey dem jzweyten,mit warmen Wasser angestellten Auspressen noch i Pfund Oehl; ein andermal gaben ihm32Pfund Mandeln 12 — i^Pfund Oehl. Mit mehr Zuverlaßigkeit kann man daher an-nehmen, daß sie gewiß wenigstens den dritten Theil ihres Gewichtes an Oehl geben.
Bas Mandelöhl von siißen Mandeln hat eine etwas gelbliche Farbe,einen süßen Geschmack, beynahe gar keinen, oder nur einen äußerst schwachen Mandel-geruch, es ist nicht sehr hell, und läßt sich nicht lange, ohne ranzig oder scharf zu wer-den, aufbehalten. Man verwahret selbes am besten in einer wohl verschlossenen gläser»neu Bouteillc, wo der Zutritt der äußern iuft gänzlich verhindert ist, an einem kühlenOrie. — Was den Nutzen und Gebrauch des frischen Manoclöyles betrifft, so kannselbes anstatt des Baumöhles an Salat, besonders wenn man Eicroncnsaft anstatt desEssigs dazu nimmt, vortrefflich gebraucht werden. In der Heilkunst wird das Man-delöhl, da es unter allen fetten kehlen das angenehmste von Geschmack'ist, am häufig-sten lnneriich benutzt,- man giebt es gegen krampshafre Zufälle, Stcinbeschwerden,Kiampfkoliken, bey der Bleykolck, für Kinobettcrilmcn gegen Krämpfe und Nachwehen,den Durchfallen, Ruhren und gegen die Zufälle von genossenen mineralischen Giften, alsScheidewasser, Arsenik u. s. w. Auch bey innerlichen Entzündungen, insbesondere beyEntzündungen der Brusthaut, gegen trockenen Husten, Heiserkeit und andere Krankhei-ten der Brust pficgt man selbes entweder allein, oder meistens mit irgend einem Brust,fyrup, als mit Elblsch-oder Fraucnhaarsyrup, mit Eygelb u. d. gl. zu verordnen. Mangiebt es von z Drachme bis zu einer Unze, nach Erforderniß der Umstände alle Stund,oder seltener. Nicht selten setzet man dem Mandelöhle auch ein aromatisches Wasserbey, um selbes wohlschmeckender und für den Magen mehr zuträglich zu machen. Uebri-gcns ist noch zu bemerken, daß ein etwas re/ch/lcher Gebrauch nicht nur allein des Man-delöhles, soudern überhaupt aller fetten Körper, die Eingeweide zu sehr erschlafft, Sod-brennen , ranziges Ausflössen und Blähungen erreget; aus welcher Ursache man immerbald darauf ein gelindes zweckmäßiges Abfühnmgsmittel anwenden soll. Aeusserlichbedienet man sich des Nandelohles zu erweichenden und ccampfstillcnden Klystiren, zu ver-schiedenen Salben, zu Bähungen und selbst bloß zum Einsalben der Haut, als Schön-heitsmittel, um dieselbe weich und geschmeidig zu erhalten. Noch einen andern Gebrauchdes Mandelöhles lehrte die Mode; nehmlich unsere Damen pstegen sich die Haare damiteinzuschmieren, um selbe, wenn sie blond oder sonst hell gefärbt sind, dunkler zu machen.Mit dem Mandelöhle werden auch die feinen destillirten Oehle häufig verfälscht, welcher
">) Ccell's chymisches Journal III. Th. Seit. ZZ.