Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
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261
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In einigen Gegenden Deutschlands wächst diese lauchart häusig unter dem Nockenund der Gerste, und ist dann ein sehr lästiges Unkraut; dann sie wird zugleich mitden Feldfrüchten in die Scheuren eingefahren, ihr Saame zugleich mit diesen ausgedroschm,und so unter dem Korn zur Mühle gebracht, weil er sich von den Rockenkörnern durchdas Sieben nicht trennen oder reinigen läßt. Ein dergleichen verunreinigtes Mahlkorn istden Maliern äußerst nachtheilig, weil die Mühlsteine davon zugekleistert werden, und da,her die Müller dabey nicht wispclweise mit einmal abmahlen können, sondern anderes rei-nes Korn dazwischen mahlen, oder Gerste zum Schrotte» aufschütten müssen. D.'svon dergleichen» Mehle gebackene Vrod hat einen in etwas bemerkbaren Knoblauchsgeruchund Geschmack, ist aber nicht ungesund; und Hr. Germershause» versichert:, daß er im-mer an dem Orte, ,vo der meiste Knoblaucbssaame nach vorgedachter Weise mit demVrodkorne vermählen und verbacken wird, die meisten und ältesten Greise der Gegendbemerkt habe. — Wenn sich aber einmal der Ackerlauch auf einem Felde festgesetzt hat,so ist selbes von ihm nie mehr ganz zu befreyen, selbst wenn gleich beständig fremder reinerNocken, uncer welchem kein Knoblauchsaame sich befindet, gesäet wird; denn die Bol-len bleiben immer sehr häufig im Acker zurück, so daß sie schon im frühen April ihre Blät-ter , bennahe nach der ganzen länge treiben, welche die Schafe so begierig aufsuchen undfressen, daß sie, wenn sie eingetrieben werden, durch ihre Ausdünstung die Stalle ganzmir Knoblauchsgeruch anfüllen.

Ben der Schafzucht ließ sich von diesem tauche ein wichtiger Vortheil ver-sprechen, indem er als eines der gesündesten Futcerkräucer, wodurch zugleich mancherKrankheit vorgebeugt wirv, angesehen werden kann. „ Bcy mir sind, sagt Hr. Ger-mershausen'9), einige Saudäcker,wiewohl in geringerm Maaße, mit diesem Knob-" lauche versehen; meine Schafe lassen dafür anderes Gras im April auf der Weide ste-her. und wenn sie im Herbst und Winter Egeln oder Würmer im leibe gehabt haben:so l/efreyen sie sich durch die Knoblauchsblätter gänzlich davon; eine Erfahrung, diesich bereits über dreyßig Jahre bey mir bewährt hat; weshalb man allen Sckäfereybc-sitzern den Knoblauch bestens anpreisen muß, um ihre Schafe von Würmern, und denzuletzt daraus entstehenden Krankheiten, als: von der Wasser-und Gelbsucht, Faul-mß der Eingeweide, und dem daraus entstehenden Hmsterben zu befreyen. Wo nunso viele Schäferenen durch vorgedachte Krankheiten zum öftern fast ganz aissterben:sollte es daselbst nicht geralhen seyn, einige Morgen Sandfelb oder andre geringe, und" sonst zu nichts anders zu nutzende Aecker mit diesem wilden Knoblauche zu b gatten, um" die Schafe im April die Blatter abweiden zu lassen? Man findet auf manchen Sand-

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>) ceksnolm'ches Lexikon, Z.Vand, Seit. ZZo.