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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
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214
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der Sinaublatter getrettene Thauw asser fieißig ein. V«ui dieser Verwendung zu dengeheimnißvollen Arbeiten der Hermetiker, e'hielt sie den Nam n Alchymi stenkraut(^lcii^milla). Ferner ist der gemeine Sinau als eines der besten Futterkräuter,in den gebirgigen Gegenden von Europa, vorzüglich bekannt; indem ftine Blätter eil»gesundes und sehr nahrhaftes Futter für alles Vieh abgeben. Es wäre daher wohl zuwünschen, daß alle Viehtriften, nebst andern Gewächsen, auch mit dieser Pflanze rechtdickt bewachsen wären. Herr von Hall er meldet in seiner botanischen Reise durchdie Schweiz, daß an dem Berge Armus, wo es sehr fette Rindsweiden giebt, alleTage von 7c» Kühen 4c,c> Maaß Milch, welche im Gewichte 12 Centner ausmachen, ge-molken werden, und daraus ein einziger fetter ^äse von 8« Pfund verfertigt werde:und dieses komme meistens daher, daß an den untern Bergen eine große Menge Sinau,«n den mittler« der Spitzwcgelich, und an den Aeckcrn die Muttern (IVIuteNinÄ), eineArt Kümmel, im schönsten Ueberssusse wachse'). DieBlüchen des Sinauwerden von den Bienen fieißig besucht.

Hr. Gleditsch ^) empfahl oe» gemeinen Sinau auch zur Gerberey, so daßer schon in dieser Rücksicht einen häufiger» Anbau verdiente. In der Heilkunstwar er ehm^ls, als ein gutes Wundkraut bekannt, und man wollte austrocknende, gelin-de stopfende, verdickende und zusammenziehende Arzneykläfte an ihm bcmerkc daben.Bey Watthiol, Tabernämoncanus u a. war diese Pfian;e als ein blutstillen,des, die monculiche Reinigung beforderndes und an:iepii>-plifchcs Mittel in großem Anse-hen. Das Pulver der Wurzel des gemeinen Smaus, und vor,üglich des Al,pens nauS (^Kl)«mill^ gl^iu«), in Wunden gestaut, soll die Blutungen still,«;das Dekokt derselben bcy einer Schwache der Eingeweide und gegen lungengcschwüre mitNutzen gebraucht werden; und den weinichcen Aufguß des Krautes empfuhlc Hr. Gle-ditsch als ein Surrogat der Fieberrinde. Dieser gerühmren Eigenschaften wegenweiden, auch noch heut zu Tag, die Wurzeln und Bauer des gemeinen Sinaus in ei<«igen 2lpothcken als officinell aufbewahrt. Z^lm A.zneygebrauch sollen aber beyde imFrühlinge, wenn die Blätter noch klein sind, eingesammelt werden; denn im hohenSommer, wo sie noch einmal so groß zu seyn pfiegen, haben sie keine Wirksamkeitmehr.

Will man diese Pflanze, ihrer Brauchbarkeit wegen, künstlich vermehren, solann sie durch das Zertheilen der Wurzeln, welches am besten im Herbste ge.

') Do '3 plante appeU^ ^Iclnmül» , un ?iecl 6e lion, poni- s«rvlr 6e no!,rntu>re 2ux delii^ux; steht im 5aurn. Oeconnn, ^ai. i7Ü2, p?.Z. 2^2 2^0.

-.) Gledttsch vermischte botan. Abhandlungen, UI. Band, Seite Z^8-