Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
213
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siumpfeckige, immer aber feinscigcnartig gezähnte läppen abgetheilte, aherlge, gefaltete,sanft rauhe und schöne Blätter, welche ungefähr anderthalb bis zwey Zoll lang undeben so breit, auf der obern Fläche hellgrün, auf der untern blaßgrim sind, und auflangen starken Stielen sitzen. Ihre Farbe ändert sich nach dem Boden ab, auf wel-chem sie stehen; an feuchten Orten sind sie schön sattgrün, an trockenen Orten aber wer»den sie Heller, oft gelbgrün und noch überdieß fast etwas rauher. Sie haben ziemlich'ansehnliche Rippen, die auf der untern Fläche gewöhnlich sehr blaßgrün, bisweilenaber, so wie manchmal auch der Rand der Wurzelblätter, etwas röthlich sind. Ihre«jetzt beschriebenen Baues wegen sehen sie den altmodischen gefalteten Mänteln derFrauen in etwas ähnlich, daher man auch dieser Pflanze den Namen, Frauenmantel,gegeben hat. Außer dem' haben die Wurzelblätter unten noch einen langen verschiedent-lich ausgezackten Schweif, der anfänglich schön hellgrün ist, in der Folge aber röthlichwird. Zwischen den Wurzelblättern steigt der runde ziemlich dicke Blumenstiel, wel-cher anfangs ganz aus der Erde darnieder liegt, und sich nur nach und nach schwach er«hebt, in die Höhe, steht aber nie vollkommen aufreckt; er wird einen Fuß hoch, theilecsich in verschiedene Aeste, ist an den Enden zweytheilig, und hat an jedem Gelenke ei«kleineres, kürzer gestieltes Blatt, welches übrigens wie die Wurzelblätter gestaltet ist.Diese Blätter sitzen wechselsweise am Stengel, und sind so wie die Wurzelblätter,mit einem Blattschweife versehen, der aber kürzer ist, und eine Art von häutigen aus,gezackten, bisweilen röthlich eingefaßten Trichter ausmacht, durch welchen der Stengelhindurch geht. Aus diesen Trichtern kommen auch Aeste hervor, auf deren Gipfeln,eben so wie am Hauptstengel, sich Blülhenbüschel zeigen. An den Enden der Zweigestehen dann die stachen zweytheiligen , sehr kurzstieligen Blumensträußer. Außerdiesen Blumensträußern am Ende des Stengels und der Zweige, wachsen auch einzelneBlumen in den Theilungswinkeln. Die Blumen sehen bleichgrün, auch bisweilenweiß aus, haben gelbe Staubbeutel, keine Blumenkronen, wie wir schon oben, bey derBeschreibung des generischen Charakters gehört haben, und sind überhaupt ganz un-ansehnlich, so daß die Schönheit der Pflanze ganz allein auf den Blättern beruhet. DieSa amen sind gelb, und immer zwey und zwey derselben in einem Kelche einge-schlossen. Uebrigens hat das Kraut keinen Geruch, aber so wie die Wurzel, einen bit»lern, etwas zusammenziehenden, balsamischen Geschmack, welcher beym frischen Krautam stärksten ist, durch das Austrocknen aber nach und nach immer schwächer wird.

Diese Pflanze spielte in den ältesten Zeilen, b?y den Alchnmisten, eine wichtigeRolle; sie gaben ihr den Namen coa^ulurn mercurii, und glaubten das Quecksilber,oder nach ihrer Sprache, den l^tronem fußitivum, lervum ambulantem Ac. mit,telst derselben coaguliren zu können. Sie gebrauchten daher theils die Pflanzeselbst zu ihrem sogenannten Goldpulver, theils sammelten sie auch das, in die Falten

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