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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
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wurde; wenn man anders, wie ich schon zuvor erinnerte, keine einfachen oder schlecht-farbigen Blumen in der Nähe wachsen ließ, durch deren Blumenstaub der Saame derguten Sorten hätte verdorben werden können. Man kann die Vermehrung dereinzelnen Abarten der Nosenpappel zwar auch durch das Zert heilen derWurzeln, das im Herbsie geschehen muß, erwecken; allein dieses Verfahren ist un,sicher, weil die Wurzeln dabey sehr leicht verfaulen. In den vorigen Zeiten hat mandie Rosenpappeln ordentlich blumiftisch gezogen, nach Sortimenten geordnet und ausge,setzt, wie es z. B. mit Nelken und andern Blumcngewächsen geschieht; allein da ihreCultur keine geringen Geldauslagen für Stangen fordert, und da sie ferner schon sehrgemein geworden sind, so scheinen sie jetzt bey den Blumisten alles Ansehen und allenWerth verloren zu haben.

Was den ferner« Nutzen der Rosenpappel betrifft: so können die jungen Blät,ter, wie auch die zarten Schößlinge, im Frühlinge unter den Salat gemischt undverspeist werden. Viele sehen einen solchen Salat sogar als eine Art von Frühlings,ordnen an, und gebrauchen ihn eine Zeit lang, anstatt einer andern ordentlichen sögenann,ten Maycur, ununterbrochen fort; indem er, mit den Humoralpathologen zu sprechen,die Säftmasse verbessern, den im Körper befindlichen Unrath auflösen, und durch eingelindes Purgieren fortschaffen soll; dieses letztere thun insbesondere die Sprossen. Alleinseit dem man weiß, daß ein sogenanntes periodisches Ausreinigen des Körpers nicht nurallein zwecklos ist, fondern sogar noch schädlich werden kann: so sind wohl die Früh-liugscuren überhaupt, und insbesondere auch der Gebrauch dieses Salates, als solche,ganz aus der Mode gekommen. In der Heil tun st ist die ganze Pflanze ihrer er,weichenden u«d gelind anziehenden Arzneykcäfte, wegen bekannt; die Wurzeln, Blätterund Saamen in Milch gekocht, wurden gegen Husten, Heiserkeit und Schwindsucht em-pfohlen,^,« sich aber die gehofften Wirkungen durch die Erfahrung nicht bestättigten, sokamen sie ganz wieder in Vergessenheit. Nur die Blumen der Rosenpappel, welche zu-gleich mit den Kelchen eingesammelt werden, sind noch gegenwärtig in einigen Apotbe,ken als officinell vorhanden. Man gebraucht sie in einem Aufguße, als ein milderndesschleimiges, gelinde zusammenziehendes Mittel, bey verschiedenen Entzündungen und inden obengenannten Krankheiten. Am meisten aber wird dieser Aufguß zu Gurgelwassernmit Essig und Honig vermischt, bey Entzündungen und Geschwüren in der Mundhöhleund im Halse angewendet. In der land wirt hscha ft wird von diesem Gewächseweiter kein Gebrauch gemacht, Und man bemerkt nur, daß die Bienen seine Blumenhäusig besuchen, und den Blumenstaub wegtragen. Sein technischer Nutzen beruhtdarauf, daß man aus dem weichen, faserickten, holzichten Theile der Stengel, ohneZusatz von lumpen, soll Papier verfertigen können, an dessen Weiße und Feinheitnichts zu tadeln wäre.