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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
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bräunlich, größer und runder als Key der vorigen Ars. Die Blume« kommen ausden Achseln der Blätter, oben am Stengel, und nahe unter dem Gipfel, in mchr^!'mige Wirteln gesammelt hervor, und bilden durch ihr allmähliges Ausblühen eine Ar?von Blumenähre; sie sind an den Kelchen weichhaarig, von Farbe gemeiniglich blauund mit einem weißen Fleck bezeichnet. Die Saamen werden im Iunius und Juliusreif. Die Wurzel hat einen zusammenziehenden Geschmack: das Kraut ist saftig,schmeckt anfangs süßlich, hernach etwas bitter und gelinde adstringirend.

Das Rindvieh und die Schafe fressen den kriechenden Günsel ziemlichgern, besonders wenn er «och jung und zart ist; seine Blumen geben, wie die vorig«Ari, den Bienen viel Stoff zu Honig, und das schon sehr zeitig im Frühling« und nochspät im Sommer, so lange nehmlich die Blüthezeit dauert. Ferner werben dl«Wurzeln, Blätter und Blumen in der Heilkunst gebraucht; zwar heut zu Tag we««iger, als in vorigen Zeiten. Man rechnete dieses Gewächs ehedem unter die sogenann«ten Wundkrä'uter, und rühmte den frisch ausgepreßten Saft des Krautes oder de« Ab-sud desselben, um Wunden und Geschwüre damit zu waschen und zu bähen, wodurchdie Schmerzen gemildert und die Heilung befördert werden sollte. Auch zum Gurgelnin der Angina ulcerosa, als Trank bey Blutfiüssen und dem weißen Flusse, und imletzten Falle noch als ein stärkendes zusammenziehendes Waschmittel der äußern Ge,burtstheile, will man den Absud des kriechenden Günsels wirksam gefunden haben.Die zuvor beschriebene Art soll, wie Einige glauben, an Arzneykräftcn vorzüglicherseyn, als diese; allein sie sind gewiß durchaus einander gleich, und werden auch in denApotheken gewöhnlich mit einander verwechselt, so daß das, was wir zuvor von dempyramidenförmigen Günsel in dieser Rücksicht gesagt haben, füglich auch für den kr«-cheuden Günsel gelten kann; übrigens ist der Unterschied zwischen beyden doch auffallendund leicht zu bemerken, denn, ohne auf den botanischen Charakter der Blätter Rück-sicht zu nehmen, erstere ist überhaupt durchaus größer und hat keine auslaufendenWurzelsprossen, die doch an der letzlern so sehr ausfallen. Endlich könnte der krie-chende Günsel vielleicht auch in der Färberey gebraucht werden, indem die ganz«Pflanze, mit Alaun gesotten, eine schöne zimmetfarbe Brühe giebr, welche glücklicheVersuche erwarten läßt.

In Gärten wird diese sehr gemeine Art kaum gezogen werden, und die Be,Handlung wäre dieselbe, welche bey der vorigen Art angegeben wurde. "- Man hatauch Varietäten des kriechenden G,unsels mit weißen, röthlichen und him-melblauen Blumen.