Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
95
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Wurzel (Imp^i-Ätoria OKl'lill'iiuin) ähnlich, lind wird niemals über drey Fuß hoch.Die Wurzel!) lätter sind groß, gefiedert, sitzen auf langen starken Stielen, undbestehen aus zwey bis drey Paar nebst einem einzelnen länglicht, eyförmigen, am Randesägeförmig ausgezackten, in eine Spitze auslaufenden Blätcchen. Die Stengelblät-ter bestehen nur aus drey, auf eben diese Art geformten Blättchen, welche an den Ge-lenken oder Absätzen des Stengels einander paarweise gegenüber stehen. Die Blumensitzen an den Enden der Stengel und Zweige in gewölbten Dolden; sie sind weiß, undkommen nicht selten schon im May zun, Vorschein. Die Saamen werden im Septem-ber reif, zum Theil auch in, August. Die ganze Pflanze, vorzuglich das Kraut,hat einen etwas würzhaften Geruch und Geschmack; und eine Art von Blattlaus(^plris ^.eZojiock'i) ist der gewöhnliche Bewohner derselben.

Das Gertza rdskv aut ist vor allem als ein lästiges Unkraut bekannt, dasin Obst-Ki'ichen-und Grasgärten sehr gemein angetroffen wird, indem es sich durch seineWurzeln, vorzüglich in einer schattigen läge und in einem feuchten Boden, ungemeinstark ausbreitet: so daß es kaum mit aller Mühe mehr ausgerottet werden kann, wa-5doch geschehen muß, wenn man die andern Gewächse und die bessern Grasalten von ihmnicht gänzlich will unterdrücken lassen. Der Nutzen, den es uns schafft, ist sehr un-ansehnlich ; denn ob es gleich für das Rindvieh, für Schafe und Ziegen, ein ziemlichesFutter abgiebt, vorzüglich wenn das Kraut nicht zu alt ist, und wenn es ihnen unterden maucherley Gräsem vermischt, zum Fressen vorgelegt wird, so verdienet es doch kei-ne sonderliche Rücksicht. Auch zur Schweinmast gicbt es ein brauchbares Futter; alleines giebt wenig Heu, und die Pferde lassen es unberührt. In einigen Gegenden wer-den die jungen Blätter des Geißfusscs, wenn sie gleich im Anfange des Frühlingcs zumVorschein kommen in Verbindung mit andern frischen grünen Gewächsen, klein gescheut,ten, entweder allein oder mit Kohl vermischt, gekocht und als Gemüse Verspciset; siehaben aber einen nicht sehr angenehmen Geschmack, und nur die Gewohnheit macht die-se, an sich nicht ungesunde Speise, genießbar. In den vorigen Zeiten hielt man dasfi ische Kraut dieses Gewächses für ein schmerzstillendes Mittel, und man pflegtees daher, etwas zerquetscht, auf Glicdmassen, die mit der Gicht oder mit podagrischenSchmerzen behaftet waren, aufzulegen; doch die Erfahrung hat diese Arzneykraft nichtbestätiget, und man findet es daher weder in den Apotheken, noch wird es als ein Hausmit-tel mehr von den landleutcn gebraucht. Bisweilen könnte das Gerhardskrautauch, wegen einiger Aehnlichkeit, mit dem giftigen Wasserschierling slüicuta vi»rosa) verwechselt, und auf diese Art Schaden augerichtet werden; allein nebst den schonangeführten Kennzeichen, die es hinlänglich vom Schierling unterscheiden: so hat derGeißfuß noch überdieß große Scheiden, kleinere Vlumendoldeu, welche ganz ohne Hill,len sind, längere Griffeln aus den Eyerstöcken oder den Fruchtknoten, mehr länglichte

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