Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
92
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Rabatten u. d. gl. gerechte Alispruche. Man kann sie sowohl durch den Saamen,als auch durch die Zertheilung der Wurzeln vermehren. Der Saame, wel-cher im August eingesammelt, und hernach auf einem schattigen luftigen Platze einigeTage hindurch getrocknet werden muß, wird gleich im Herbste auf eine gegen Morgenliegende Rabatte, in gute leichte Erde gcsaet, und zwey Zoll hoch mit feiner Erde be-decke; am besten geschieht die Aussaat, auf der nchwlichen Stelle, wo auch künftig diePflanzen selbst ihren 'Mch angewiesen haben, weil sie das Versetzen nicht am besten ver-tragen, und weil Pflanzen, die nicht versetzt wurden, in viel größerer Vollkommenheitblühen. Den jungen Pstä'nzchen, welche im darauffolgenden Frühjahre hervorzukommenpflegen, muß den Sommer über mit Jäten und Begießen fleißig gewartet werden; imkünftigen Herbste, wenn sie zu dickt beysammen stehen, können die übrerflüßigen Pflan,zen ausgezogen, und auf andere Platze versetzt werden. Man kann den Saamen zwarauch im Februar oder März aussäen; dann aber pflegt er nicht selten ein ganzes Jahr inder Eroe zu liegen, bevor er aufgeht, und in diesem Falle muß das Saamenbeet denganzen Sommer hindurch von allem Unkruute rem gehalten werden. Die beste Zeit zum^ertheilen der Wurzeln, oder zum Versetzen der Pflanzen, ist der Herbst; weilaber die auf diese Art gezogenen Pflanzen nie so viele Blumenstengel tragen, und nichtso zahlreiche schone und große Blumen hervorbringen, als die Saamenvfianzen: so ist esin der Gartenkunst immer besser, sich zur Vermehrung dieses Gewächses, der Zucht vomSaamen zu bedienen, und das Versetzen so viel möglich, zu unterlassen.

Die Wurzel der Frühlingsadonis hat stark purgierende Eigenschaften, und sollüberhaupt mit der schwarzen Nieswurzel ^ellebuiuZ ni^er) gleiche Arzneykräftebesitzen; sie wird daher in Frankreich, Obersachsen, besonders in Thüringen, und über-haupt in den meisten Apotheken Deutschlandes , häufig anstatt der achten schwarzenNieswurzel, aufbewahrt, und in der Heilkunst gebraucht. Die Wurzel der Frühlings-adonis unterscheidet sich aber von der eigentlichen schwarzen Nieswurzel durch ihren kür-zern Kopf, durch die häufigeren, mehr fleischigen und feincrn Wurzelfasern, welche un-mittelbar aus dem Kopfe hervorkommen, ohne erst aus einer Zertheilung der Seitenästczu entstehen; durch ihre größere l^änge und Verwicklung der Wurzelfasern untereinander;durch ihre dunklere schwarze Farbe von außen, und ihre glänzendere blendende Weißevon innen; und endlich durch ihren stärkeren Geruch. Was den Geschmack betrifft: seschmeck die Wurzel der Frühlingsadonis ebenfalls scharf und bitter, wie die schwarzeNieswurzel; allein zugleich auch etwas süßlich, was bcy der letzter« nicht bemerkt wird.')

') Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arznipkunbe gebräuchlichen Gewächse,wie auch solcher, welche mit ihnen verwechselt werden können, von Fried. Gottlob Ha?.-ne« Berlin 1802. 2. Band, 2. Lieferung, tab. Z.