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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
82
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Auswüchsen (dem sogenannte« wilden Fleische) besetzt sind, aufzulegen, um sie zu zer,stören und die Vernarbung zu befordern.

Die landwirthe bereiten vorzüglich, theils für ihren Hausbedarf, theils auch zumVerkauf, den eingemachten oder candirten CalmuS nnd den Calmus-Branntwein. Um die frische Calmuswurzel einzumachen, wird sie im Frühsinge oderim Herbste gegraben, und die äußere braune Rinde sogleich abgeschält; weil aber dasinnere weißelMark der Wurzel an der luft leicht anlauft und roth wird: so muß man,wenn man den Calmus schön weiß und zierlich haben will, sie sorgfältig vor den Ein,Wirkungen der lmfc verwahren. Sie wird sodann in Scheiben zerschnitten, und mit ge-sottenem Zucker überzogen oder candirt. Man kann auch die trockene Calmuswurzel ein,machen, und zwar nach Hr. Crünitzens Anweisung auf folgende Art:Man schäletdie oberste Rinde sauber ab , kochet die reine Wurzel in Wasser fein weich, alsdanntrocknet man sie mit einem Tuche ab, und schneidet sie der länge nach i» dünne Schei,bcn; auch kann man sie in einem Siebe bey dem Ofen oder an der luft trocken wer,den lassen; alsdenn nimmt man geläuterten Zucker, welcher spinnet, oder Fäden zie-hct, schüttet die Calmusscheiben hinein, und lasset dieselben, unter stü'tem Rühren, mitdem Zucker so lange kochen, bis sich derselbe am Rande des Kessels anleget, und tro-cken wird; hernach hebt man es vom Feuer, und rühret es so lange, bis es erküh,let; schüttet alsdenn den Calmus auf ein Bret, und lasset ihn trocknen." Diese bey-den Arten von eingemachten Calmuswurzel» werden vorzüglich von etwas zärtlicherenPersonen als ein magenstärkendcs Mittel, besonders bey feuchter und nebellichter Witte-rung, häufig gekauet.Der Calmus-Branntwein läßt sich bereiten, wenn mandie trockenen gereinigten Wurzeln entweder in den Branntwein infundirt, oder ein PfundCalmuswurzel und ein halb Pfund Anis in den lauter thut, und diesen damit abzieht.

Die Calmuswurzel kann auch als eines der besten Hopfen surrogatebeym Bierbraucn gebraucht werden, und sie wird ihrer angenehmen Bitterkeit wegen zurbessern Erhaltung und längern Dauer des Braunbieres sehr viel beytragen; man hat auckdie Erfahrung gemacht, daß sie im Sommer das Bier, länger als alle sonst bekannten In-gredienzen, vor dem Sauerwerden schützet. Es darf aber die Calmuswurzel nicht mitder Würze kochen, wovon das Bier einen unangenehmen äußerst bittern Geschmack erhal,tcn würde, sondern man wirft bloß einige Scheiben derselben in das schon gebraute Bier,bevor noch die Gährung desselben ihren Anfang nimmt; wollte man aber ein eigentlichesMagenbier bereiten, so muß die Calmuswurzel in einer bey weitem größeren Quanti-tät genommen werden. In England wird sie daher sehr häufig zum Bierbrauen verwen-det, und sie kann auch bey uns, vorzüglich in solchen Jahren, in welchen die Hopfenern-te geringe ausgefallen ist, die Stelle des Hopfens vertreten ; durch den Gebrauch der Cal-muswurzel wird also auf eine der Gesundheit nicht nachlheilige Weise ein Theil des Ho-