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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
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3luch auf die Thiere äußert dieses Gewächs gleich schädliche Wirkungen.Ziegen, Schafej und Kühe verabscheuen es; wenn sie aber auf Weiden kommen,die sie nicht gewohnt sind, und aus Versehen seine Blätter abfressen, so kommen sie ge-meiniglich nach den heftigsten Zufällen dadurch um; und wenn gleich Hunde, Katzen oderWölfe, denen man es mit iist oder Gewalt beygebracht hat, auch nicht immer das lebendarauf einbüssen: so haben sie doch unvermeidlich mit den allergrausamsten Zufallen dar-nach zu kämpfen. Strahlenberg berichtet uns daher in einem seiner Werke «) : daßdie Russen, ben Krasnojahr in Sibirien, wo diese Pflanze häufig wlld wächst, dasKraut derselben unter gehacktes Fleisch mischen, Kugeln oder Klüser daraus machen, undsie in die Wälder für die Wölfe hinlegen, welche sich dann, wenn sie solche verschluckten,zu todt speyen; und wenn andere Wölfe solches Ausgespiene wieder fressen, sterben sieebenfalls. Wepfer 9) tödtete ebenfalls einen Wolf mit einem halben Quentchen dergepulverten Wurzel des hellblauen Eisenhütchens; als er ihn nach dem Tode öffnete, fander die ganze innere Haut des Zwölffingerdarms brandig. Das Thier erbrach sich öfters,konnte hingegen weder Stuhl noch Harn von sich lassen, und starb ganz sanft ohne Con-vulsionen. In Slönshöjen, unweit Fahlum, wird dieses Kraul von keinem Thiere, au-ßer allein von den Ziegen gefressen, welche aber davon sterben; sobald daher das Heueingeerntet ist, läßt man dieses Gewächs durch das Gesinde in den Gebüschen ausrotten,damit die Ziegen oder Echafe nicht davon fressen und beschädigt werden können, welchesonst sehr zahlreich dahin sterben, sobald diese Vorsicht ein Jahr außer Achi gelujjcn wird.Auch das Geflügel leidet davon, wie uns Johann Bauhin beucht t, dcn nchml'chenNachtheil, und eine vornehme Dame erzählte ihm, daß ihr viele H.'ih,,er gestorben wä-ren, die von dieser Pflanze gefressen hallen, nur einige davon konnte sie noch mit Knob,lauch und Essig im Leben erhalten. Merkwürdig aber ist folgende Beobachtum, >«), wel,che ein tiebhaber der Natur, der das hellblaue Ei,enhücchen schon über zwanzig Jahre ineiner Ecke seines Blumengartens stehen hatte, öfters machte. Er bemerkte nehmlicb,oaßdie Sperlinge zur Brutzeit sehr oft kommen, ungefähr den dritten Thei! eincs grünen Blat-tes abbissen, und im Schnabel forttrugen. Er hatte das Blatt, wovon das Stück ab-gebissen war, wohl mehr als ein Mal gefunden, allein er war nie so glücklich, die Unter-suchung weiter treiben zu können. Inzwischen ist es wahrscheinlich, daß die Sperlinge dasAbkneipen der Eisenhulblätter und anderer Gewächse, vorzüglich auch der Nelkenblätter,zur Brutzeit entweder ihrem natürlichen Triebe nach thun, ohne davon einen weitem Nu?

«) Nord-und östlicher Theil von Europa und Asia, Seit. Z09.9) cle dicuta ayuatica 6ils. ^NZ. 178»

">) Wittenberg. Wochenbl. auf das Jahr 1769, Seit. 452.,