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1 (1839) Einfache Mittel
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Sinapis. S. 1045. Simon (Poggeind. Annal. 1838. XXXXIV.S. 593) hat seine Untersuchungen über den weissen und schwarzenSenfsaamen fortgesetzt. Der weisse Senf giebt an den Weingeist, mitdem man ihn auszieht, keine Schärfe ab. T)as Ausgezogene ist Sul-fosinapisin, welches, wie das Amygdalin, präexistirte, nicht aber,wie dieses, von Emulsin verändert wird. Wird weisser Senf mitWasser destillirt, so hat das übergehende Wasser nur einen faden Gerucli und Geschmack, und es findet sich keine Spur von flüchtigem Oelim Destillat. Der Destillationsrückstand ist schleimig, ohne alle Schärfe;der scharfe Stoff ist also durch Hitze zersetzt worden. Wird weisserSenf mit Wasser zur Emulsion angestossen, so hat diese die ganzeSchärfe des Saamens. Erwärmt man sie, um sie zu concentriren, sogeht, selbst wenn der Kochpunkt noch lange nicht erreicht ist, alleSchärfe fort, ohne dass ein Entweichen eines flüchtigen scharfen Stoffesbemerkt weiden kann. Giesst man zu der scharfen Emulsion Wein-geist, oder eine ganz schwache Lösung von kohlensaurem Kali, so istdie Schärfe im Augenblick zerstört, ohne dass sie durch Säuren wieder hergestellt werden kann; auch hier ist die Schärfe zersetzt. Wirddie Emulsion auf ein Filirum gebracht, so läuft ein fades saures Wasserab, und das auf dem Filtrum bleibende Emulsin hat zwar Schärfe,diese geht aber beim Trocknen an der Luft verloren; der scharfe Stoffwird also auch durch die atmosphärische Luft zerstört. Wird zermahlener weisser Senf, von dein das fette Oel abgepresst worden, mit Ae-ther ausgezogen, dieser klar abfiltrirt und der Destillation unterworfen,so erhält man nur noch fettes Oel im Rückstand. Wird aber der jetztganz trockne Senfsaamen mit Wasser befeuchtet, so wird er scharf,und macht nun den Aether, mit dem er ausgezogen wird, so scharf,dass die Haut dadurch sogleich rosenartig entzündet wird. Durch Ab-destilliren des Aethers erhält man eine extraetartige Masse von ausser-ordentlicher Schärfe, welche als das scharfe Princip des Saamens zubetrachten ist. Wird der Senfsaamen, in dem man auf diese WeiseSchärfe erzeugt und dem man sie wieder entzogen hat, mit Alkoholvon 90 Proc. Tralles ausgezogen, so erhält man noch Sulfosinapisin,da dieses von Aether-nicht aufgelöst wird, jedoch mit Zucker vermengt.Uebergiesst man trocknen vom Oel befreiten weissen Senf mit wasser-freiem Weingeist, so wird dieser weder sauer noch scharf. Uebergiesstman ihn aber statt des Alkohols mit Wasser, so wird er augenblicklichnicht allein sehr sauer, sondern auch sehr scharf. Ist aber dem Senfvorher durch Alkohol alles Sulfosinapisin entzogen worden, so wird einsolcher Senf nachher beim Befeuchten mit Wasser weder sauer nochscharf. Hieraus geht a\so hervor, <\ass SuWosinapisin und Wasser,beide zusammen, eins nicht ohne das andere, zur Erzeugung des scharfenStoffes und der Säure wirksam sind. Das durch Aether ausgezogenescharfe Extract ist sehr sauer. Wird es in Weingeist aufgelöst, so