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RATANHA

und salzs. Kali, Kieselerde, Thonerde, kohlens. Kalk, Bisenoxyd undKupferoxyd bestand.

Nach Vogel soll der kalte Aufguss durch schwefeis. Eisen dun-kelgrün gefärbt werden, wie ein Chinaaufguss, wogegen Trommsdorffeinen -violettrothen Aufguss, wie bei dem Galläpfelaufgusse, erhaltenhaben will. Dieser Widerspruch hebt sich dadurch, dass bei Vogel'sVerfahren mehr nur der reine Gerbestoff, bei Trommsdobff's Verfahrenzugleich die Gallussäure, deren Anwesenheit Peschier bewiesen hat,mit im Spiele war. Denn auch Pfaff «rhielt die Farbenänderung insGrüne, die sich aber schnell ins Olivengrüne und Braungrüne -verwan-delte. Bei mir erfolgte jedoch diese Umänderung der ursprünglich grü-nen Farbe, die schnell olivengrün wurde, ins Braungrüne nicht so-gleich, sondern erst nach einiger Zeit mit Trübung. Nach Vogel ent-halten 100 Th. Ratanhawurzel: braunes adstringirendes Princip (Mo-dification des Gerbestoffes) 40; Schleim 1,5; Stärke 0,5; Holzfaser 48;Wasser jind Verlust 10. Die Asche enthielt ätzenden, schwefeis. undkohlens. Ka\k, kohlens. Talkerde und Kieselerde.

Nach C. G. Gmetan enthalten 100 Th. der Wurzel: Gerbestoff38,233; süssen Stoff 6,666; schleimige stickstoffreiche, in kaltem Wasserunauflösliche Materie 2,466; schleimige Materie ohne Stickstoff mitWasser verbunden 8,300; Holzfaser mit Kieselerde, kohlens. Kalkeu. s. w. 43,333.

Peschier (Trommsd. N. J. IV. 2. S. 172) erhielt ausser der Ger-besäure noch eine eigenthümliche Säure, die er unter dein NamenKramersäure beschrieb. Um sie zu erhalten, kocht man 4 Unzen Ra-tanhawurzel mit Wasser aus, schlägt aus der Abkochung den Gerbe-stoff mit einer Auflösung von 192 Gran Leim, und den Farbestoif unddie Gallussäure mit 450 Gran schwefeis. fiisenoxyd nieder, fügt dannzu dem Gemische 850 Gran Kreide, um das überschüssige Eisensalz zuzersetzen, filtrirt und dunstet die Flüssigkeit ab. Der Rückstand, wel-cher kramersaure Kalkerde enthält, wird durch kohlens. Kali zersetztund das kramersaure Kali durch essigs. Bleioxyd gefällt. Das kramer-saure Bleioxyd durch Schwefelwasserstoff zersetzt giebt die Kramer-säure, welche man bis zur Syrupsconsistenz abdampft. Oder: manneutralisirt das vom Gerbestoff befreite siedendheisse Decoct mit koh-lens. Baryt und versetzt die fityrirte Flüssigkeit noch heiss mit ver-dünnter Schwefelsäure, so lange sich noch ein Niederschlag bildet,worauf man siedendheiss filtrirt und erkalten lä'sst. Die kramersaureBaryterde setzt sich dann in Gestalt kleiner biegsamer, seidenglänzen-der Krystaile ab, die man in dein 600fachen Gewicht Wassers auflöstund durch essigs. Bleioxyd zersetzt; der Niederschlag wird hierauf durchSchwefelwasserstoffgas-zersetzt.

Die Kramersäure krystallisirt schwierig und erst nach längererZeit; die Krystalle sind luftbestandig. Sie hat einen sauren und schwach