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1 (1839) Einfache Mittel
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RATANHA

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rund, dicht mit weisslichen etwas anliegenden Haaren, wie die übrigenTheile der l'flanze bedeckt, welche durch sie ein zierliches Ansehenerhält. Die Blätter sind länglich-lanzettförmig, wechselweise, stiellos,ungezähnt, fest und lederartig, an beiden Seiten verdünnt, nicht über4 Linien lang und in der Mitte an 2 Linien breit. Die Blumen steheneinzeln oder mehrere zusammen an der Spitze der Zweige; jede ein-zelne Blume auf einem seidenhaarigen Blumenstiele mit 2 Deckblättern.Die einfache Blumenhülle vierblättrig, fast ungleich; die Blättchen, ab-wärts stehend ausgebreitet, zugespitzt, ausserhalb seidenhaarig, innenpurpurroth, eins nach oben, eins nach unten stehend, die beiden seit-lichen schief lanzettförmig; vor dem obern und untern Blatte der Blu-menhülle ein zweiblättriges Honiggefäss; 3 Stavibfäden zwischen demobern Honiggefäss und dem Fruchtknoten. Frucht: eine häutige, ein-nüssige, weichstachlige Steinfrucht mit dunkel - purpurfarbenen Wi-derhaken.

Die Peruaner bezeichnen diesen Strauch mit dem Namen Ratanha,welches sich auf die kriechende Beschaffenheit der Wurzel bezieht.Diese Wurzel ist sehr ästig, 1 —1'/ 2 Spannen lang,, von der Dickeeines Federkiels bis zu der eines Daumens; die Aeste sind etwas ge-dreht , und bisweilen auch mit sparsamen feinen Fasern besetzt.Aeusserlich ist sie dunkel braunroth, innerlich hat sie eine gelblich-röthliche Farbe. Die innere Substanz ist fest, sehr hart, holzig, undbeinahe geschmacklos; die dunkelbraunrothe Rinde, eine Viertelliniedick, hat einen sehr starken zusammenziehenden Geschmack und nach-her eine geringe Bitterkeit. Diese Rinde ist wirksamer als der innereKern, daher die dünneren Stücke, welche nach Verhältniss mehr Rindebesitzen, vorzuziehen sind.

Eine zweite Art, Krameritt Ix'ma Linn. (Hatnb VIII. 13.), so-wohl auf dem Festlande Südamerikas als auch besonders auf den An-tillen einheimisch, liefert die Ratanha der Antillen, welche mit der pe-ruanischen Ratanha übereinstimmen soll, aber wohl nur selten ange-wendet worden zu seyn scheint. Ueberhaupt sind die Wurzeln derKrameriaarten sämmtlich ausserordentlich adstritigirend. Eine beson-dere neue Ratanhawurzel hat Hr. Giesberr (Brandes' Archiv. II. S.256) unter der gewöhnlichen Sorte aufgefunden, welche sich durchweissgelbe Farbe des holzigen Theils, sowie durch die in das Grauefallende Farbe der Rinde und einen weniger zusammenziehenden Ge-schmack unterscheidet.

Trommsdorff, Vogel und Gmelin (Taschenbuch 1820. S. 34)haben zu gleicher Zeit diese Rinde einer Untersuchung unterworfenund folgende Resultate erhalten. Nach Trommsdorff enthalten 100Tb..: eigenthümlichen Gerbestoff 42,5; Gummi 17,5; besondern Ex-tractivstoff 25; Faserstoff 15. Der holzige Rückstand <ler Wurzel hin-terliess nach dem Verbrennen eine Asche, die aus kohleus., schwefeis.