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1 (1839) Einfache Mittel
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ACIDUM SUCCINICUM

Theilen heissen Alkohols, mit Hinterlassung des Oeles, völ-lig anflÖslich, aus der Luft nicht Feuchtigkeit anziehend,Bernsteinsäure und Bernsteinöl enthaltend. Man hüte sichvor der unreinen, mit verschiedenen fremdartigen Stoffenverunreinigten.

Die Bernsteinsäure ist im Jahre 1546 von Agricot.a zuerst aufge-führt, Boydb hat sie aber erst gegen das Ende des 17. Jahrhundertsals Säure erkannt.

Diese Säure ist vorzüglich in dem Bernstein enthalten, nach Le-cami und Sangiorgio (Buchn. Repcrt. XV. 102.) ist sie aber auch inden Terpenthinarten vorhanden, was auch anderweitig bestätigt ist(Behz. Jahresber. 1832. S. 273.). Sie scheint ferner auch unter ver-schiedenen Umständen jerzeugt zu werden aus andern Stoffen; so ha-ben Bkissenhibtz und John (Berl. Jahrb. XIX. 1818. S. 158.) ange-geben Bernsteinsäure erhalten zu haben, als li Pfund Honig, 2 PfundBrod, 2 Mass Essig und 28 Mass (jedes Mass zu 36 Unzen) sieden-den Wassers, nebst li Pfund Siliqua dulcis, durch kunstmässiges Ko-chen und Vermischen vorbereitet, der sauren Gährung unterworfenwurden. Der erzeugte Essig wurde mit Kalk neutralisirt, und 24 Un-zen des erhaltenen essigsauren Kalks wurden mit 1 Unze Braunsteinzusammengerieben und in einer Retorte mit einer Mischung von 16 Un-zen concentrirter Schwefelsäure und 32 Unzen Wasser Übergossen.Nachdem alle Säure übergetrieben worden, wird die Vorlage gewech-selt, und das Feuer in hohem Grade verstärkt, worauf sich im Halseder Retorte ein kristallinischer Sublimat ansetzt, nach dem Reinigenzarte weisse Nadeln darstellend. Auch die übergegangene Flüssigkeitenthält Bernsteinsäure. Auch Tünnermann (Schw. Jahrb. 1827. I.221.) glaubte künstlieh erzeugte Bernsteinsäure durch Behandlung desStärkemehls mit Salpetersäure erhalten zu haben, was sich aber nichtbestätigt hat.

Aus dem Bernstein wird die Bernsteinsäure durch trockne Destil-lation gewonnen. Diese kann in einer Glasretorte mit tubulirter Vor-lage vorgenommen werden, geschieht aber gewöhnlich in den Fabrikenin eisernen Retorten. Zuerst destillirt ein saures Wasser über, danncondensirt sich zugleich Bernsteinsäure im Halse , der Retorte und esfliesst ein farbloses Oel in die Vorlage, und gegen das Ende der Ope-ration setzt sich ein gelber Anflug in den hintern Theil des Retorten- 'halses. Während dessen entwickelt sich beständig Gas, welches je-doch, nach Drapiez (Schw. J. XXX. 114.) nicht mehr als 0,014 vomGewichte des Bernsteins beträgt und Ölbildendes Gas ist, welchesverdampftes Brandöl enthält. Die saure Flüssigkeit enthält, ausserBernsteinsäure, auch Essigsäure, deren Menge Drapiez zu 0,015 vom