Druckschrift 
1 (1839) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
10
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

.- " ;.

10

ACETUM

I

wenn er sich von selbst nicht klären will, mit Hauscnblase geschöntwerden. Der schon im Verderben begriffene Essig kann dadurch ge-rettet werden, dass man ihn einige Minuten kochen lässt, und zweck-mässig schreibt hier die Pharmacopoea americana , um das Acetum pu-rificatum zu bereiten, vor, den Essig mit frisch ausgeglühtem Kohlen-pulver zu kochen, abzuschäumen, durch doppelte Leinwand zu coliren,und nachher durch Filtriren und Absetzenlassen von dem Bodensatzezu trennen. Der schwache und säurearme Essig kann auch dadurchverstärkt werden, dass man etwas Branntwein und Weinstein zusetzt,ihn 6 8 Wochen lang im Keller liegen lässt, und hierauf ihn auf einreines Fass klar abzieht. Nicht unpassend vergleicht Döberbinbr denungesottenen Essig mit dem Magen der Thiere: immerfort sucht erneue Nahrung, nämlich Weingeist, und wenn man ihm diesen reicht,so verzehrt er ihn und verwandelt ihn ebenfalls in Essig; lässt manihn aber hungern, so stirbt er nach und nach gleich einem Thiere abund geht in Fäulniss über.

Die Stärke des Essigs wird darnach bestimmt, dass 2 Unzen des-selben 1 Drachme Kali sättigen. Diese erforderliche Stärke kann ihmaber durch Zusatz einer andern Säure ertheilt worden seNii, und einZusatz von Schwefelsäure wird leicht an der Trübung und dem Nie-derschlage erkannt werden, die salpetersaurer oder salzsaurer Barythervorbringt, indem der Baryt", mit der etwa vorhandenen Schwefel-säure verbunden, als sowohl im Wasser als auch in zugesetzter Salpe-tersäure unauflöslicher Schwerspath erscheinen wird.

Von dem essigsauren Bleioxyd muss der Essig nicht bedeutend ge-trübt werden, auch der sich zeigende Niederschlag in einigen TropfenSalpetersäure leicht auflöslich seyn, in welchem Falle der Niederschlagweinsteinsaures und äpfelsaures Bleioxyd war, Säuren, die wohl fastimmer in dem rohen Essig enthalten sind; bleibt aber der Niederschlagunaufgelöst, so war schwefelsaures Bleioxyd erzeugt worden. Erkann aber auch von Salzsäure, die in Essig enthalten war, herrühren,und die Gegenwart dieser Säure wird noch besonders nachgewiesendurch den weissen käsigen Niederschlag, Chlorsilber, welcher durchschwefelsaures und salpetersaures Silberoxyd erzeugt wird, in Aetzam-moniak aber wieder auflöslich ist.

Das als noch genauere Probe auf Schwefelsäure angegebene Ver-fahren, den bis zur Honigdicke verdampften Essig der Destillation zuunterwerfen, beruht darauf, dass die Schwefelsäure durch die in derdicken Flüssigkeit enthaltenen kohlenstoffhaltigen Substanzen einesTheils ihres Sauerstoffs, welcher mit Kohlenstoff verbunden als koh-lensaures Gas entweicht, beraubt und in die leicht flüchtige schwef-lige Säure verwandelt wird, welche mit den wässrigen Theilen zugleichüberdcstillirt. Wird das Destillat mit schwefelwasserstoffhaltigem Was-ser vermischt, so werden der in der schwefligen Säure enthaltene