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schlagen und kommt in Gestalt einer ziemlich harten und schweren Rinde,die aus festen, an der einen Seite zu einer dichten Masse zusammengewach-sene», an der andern Seite von einander getrennten und ausgebildeten pris-matischen Krystallen besteht, als roher Weinstein in den Handel. Nicht alleWeine geben eine gleiche Menge Weinstein; die ungarischen Weine z. B.setzen nur eine ganz dünne Schicht ab, die französischen schon mehr, dieRheinweine aber geben den meisten und reinsten Weinstein.
Der rohe Weinstein kommt bisweilen mit Sand, Thon und dergl. ver-fälscht vor, welches leicht dadurch entdeckt wird, daß man ihn in einer war-men tauschen Lauge auflöst, wobei diese Stoffe unaufgelöst bleiben, er ver-brennt auf Kohlen unter Verbreitung eines eigenthümlichen säuerlichen Ge-ruches, mit Hinterlassung einer kalihalligen Kohle.
Die Weinsteinkrystalle werden im Großen, in Frankreich vorzüglich zuMontpellier und in Deutschland am Rhein, aus dem rohen Weinstein berei-tet. In einem kupfernen verzinnten Kessel werden 18 — 20 Eimer Wasslrsiedend gemacht, dann 75 —LU Pfund fein gepulverter roher Weinstein ein-getragen, und eine halbe Stunde hindurch gesotten, dann wird die siedendheiße Flüssigkeit in einen Bottich «Urirt, und 24 —3U Stunden hindurchdem ruhigen Erkalten überlassen. Am Boden des Bottichs find«» sich unrei-nere, an den Wänden aber reinere Weinsteinkrystalle. Beide werden nachabgegossener Mutterlauge abgesondert in reinem siedenden Wasser aufgelöst,einige Zeit hindurch im Sieden erhalten (damit der Extractivstoff durch höhereOxydation unauflöslich werde), und das beschriebene Verfahren noch einmalwiederholt. Ist der nun krystallisirte Weinstein noch nicht weiß, so löst manihn wieder in Wasser auf, setzt aber jetzt ein Pfund eines weißen, magernThones zu, welcher durch seinen Kalkgehalt den sauren Weinsteins. Kalkneutralisirt, und dadurch in Wasser unauflöslich macht, durch seinen Alaun-erdegehalt aber die färbenden Theile anzieht und sie auf dem Filtrum zurück-hält. Die weißen Weinsteinkrystalle werden noch schöner, wenn sie auf Lein-wand ausgebreitet einige Tage hindurch dem direkten Sonnenlichte und derfreien Luft ausgesetzt werden. Doch enthält dei' auch noch so sorgfältig raffi-nirte Weinstein immer noch Weinsteins. Kalk, nach Vauquelin 5 —7 Pro-cent, Bucholz fand 14,3 Procent, welcher sich auch bei der Sättigung desSalzes mit Kali nicht ausscheidet. Ehemals hielt man denjenigen Weinstein,der sich während des Raffinirens auf der Oberfläche der Lauge als ein Häut-chen abscheidet, für besonders rein, und nannre ihn Weinsteinrahm, Oemurl'arwri, welcher aus sehr feinen pulverförmigen Krystallen bestand.
Die im Handel vorkommenden Ox»t»IIi 'i'artari bestehen aus kleinen,weißen, halbdurchsichtigen, vierseitig prismatischen, schief abgeschnittenen, theilseinzelnen, theils an einander hängenden Krystallen, von kühlendem säuerlichemGeschmacke. Sie sind in Wasser schwer löslich, und erfodern 95 Th. kaltes und15 Th. kochendes Wasser; in Alkohol sind sie unauflöslich. Die wäßrige Auflö-sung schimmelt mit der Zeit, es erzeugt sich Schleim, Kohlensäure und eineölartige Substanz, welche erster« färbt. Im Glühfeu« verbrennt der Wein-