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Bernstelnbaum nnt« diejenigen Körper gehört, t>l« erst bei bei letzten Revo»lution, welche die Erde erlitt, untergingen, und vor welcher der Norden nichtein tropisches, wohl aber ein warmes Klima hatte, wie der Anblick der Fos-silien der obersten Erdschicht lehrt. Palmen finden sich in den Bernsteinlagennicht, doch sind Baume, welche ein so flüssiges Harz liefern, als das Bern-stemharz gewesen seyn muß, auch keinesweges bloß der heißen Zone eigen.Kein in Bernstein eingeschlossenes Blatt oder Insect, welche gar nicht seltenvorkommen, und die Annahme, daß der Bernstein ein ausgeflossenes Baum-harz sey, bedeutend unterstützen, wurde bis jetzt bekannt, aus dessen Bildungman schließen könnte, daß es einem heißen Erdstriche angehörte. Die Um,stände, welche beweisen, daß zur Zeit der Bcrnsteinbildung Preußen ein süd»liches aber nicht ein tropisches Klima hatte, leiten auf den Satz, daß damalsein Klima, wie es jetzt in Gegenden sich findet, welche den Tropcnländernnahe liegen, nahe an die Pole sich erstreckte, und mithin die kalte Zone aufeinen schmaleren Erdstrich beschränkt war, als gegenwartig.
Daß Wasser den Untergang des Bernsteinbaumes herbeiführte, laßt sichaus der Neigung der Pernsteinlager vom Lande abwärts in den Boden derSee, und aus dem Umstände, daß das preußische Gestade aufgeschwemmtesErdreich ist, mit Sicherheit annehmen. Der Untergang dieser Baume warbei den stets plötzlich eingetretenen Revolutionen der Erde plötzlich, und eini-ger Bernstein muß noch weich ins Wasser gekommen seyn. Das merlwür»digste Beispiel dieser Art, das Schweigger sah, besitzt Herr MedicinalrathHagen, nämlich einen 5'ueu», der zwischen zwei Bernsteinstückchen liegt,die mit einander sich verbunden hatten.
Wenn die Bernsteinsaure in ihrem chemischen Verhalten von den Pflan-zensauren abweichende Eigenschaften zeige, so sey anzunehmen, daß die Schwe-felsäure, welche nach Narth's Erfahrung von so entschiedenem Einflüssebei Gewinnung der Bernsteinsäure aus dem Bernstein ist, die Umbildung der»selben veranlaßt habe, denn diejenigen Stellen der Ostseeufer, an welchenBernstein gegraben wird, sind stets reich an Vitriol. Die vermehrte Aus-beute an Bernsteinsüure bei einem Zusätze von Schwefelsäure möchte indeßauch wohl eine andere Erklärung gestatten (siehe ^ciäun, »uecinieum S. 13.),auch die Bernsteinsüure als eine Pflanzensäure ihren Eigenschaften nach nichtvereinzelt stehen, da die auf der Rinde des weißen Maulbeerbaums in Pa-lermo von Klaproth entdeckte Maulbeerholzsäure, welche hier an Kalkgebunden vorkommt, wenig verschieden von der Bernsteinsaure ist.
Auch aus dem optischen Verhalten des Bernsteins folgert Brewster,daß er ein verhärteter vegetabilischer Saft, und daß die Spuren einer regel-mäßigen Structur, die durch seine Wirkung auf polarisches Licht angezeigtist, nicht die Wirkung der gewöhnlichen Gesetze der Krystallisation, sonderndurch dieselben Ursachen hervorgebracht sind, welche auf die mechanische Be-schaffenheit des arabischen Gummis und anderer Gummiartcn einwirken.
Der Bernstein ist, wie bemerkt worden, vorzüglich in Preußen einhei-misch und zwar hauptsächlich an den Küsten der Ostsee. In einzelnen Stücken