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fernen Minder einer Temperatur von 12 — 15 ° R. ausgesetzt, und hattesich nach 24 Stunden in zwei Thcile gctheilt, wovon der obere aus einemgrünlichen Oele, der untere aber aus einer wenig geistigen, etwas trübenFlüssigkeit bestand. In beiden Flüssigkeiten hatten sich lange nadelförmigeKrystalle gebildet, welche gesammelt und durch nochmaliges Abrauchen derFlüssigkeit noch vermehrt wurden. 600 Grammen Lorbeeren hatten durchkaltes Maccrircn mit Alkohol 80 Grammen an auflöslichen Bestandtheilenverloren, welche in fettem Oele, Harze und krystallinischer Substanz bestan-den. Die alkoholische Flüssigkeit hatte außerdem die Eigenschaft, das Lack-muspapier sehr stark zu röthen. »
Die erhaltenen Krystalle waren gelblichweiß, ziemlich durchsichtig, nadel-fbrmig und gewöhnlich 3 — 4, bisweilen auch bis 15 Linien lang; sie be-sitzen einen bedeutend bittern und scharfen Geschmack, und riechen wie Lor-beeren, sind in kaltem Wasser gar nicht, in kaltem Alkohol schwer, in ko-chendem aber und in Aether leicht und vollständig auflöslich. In einem sil-bernen Löffel erhitzt schmelzen sie und verbreiten einen schwachen Harzgeruchunter Hinterlassung eines unbedeutenden, beinahe ungefärbten Rückstandes.Kaustische Alkalien wirken nicht darauf und bilden keine Seife damit. Diegeistige Auflösung verändert weder Lackmus« noch Kurkumepapier.
Das fette Oel nähert sich in seinem Ansehen und seinen Eigenschaftenden fetten Oelen. Es ist grün, sehr bitter, scharf, etwas reizend und vondicker Consistenz wie ei» Mucilago. Es enthält Stearine, und bildet mit kau-stischem Kali und Natron weiche Seifen. Der schwache Alkohol, aus wel-chem und dem Lorbeeröle die krystallinische Substanz sich abgesondert hatte,ließ beim ferner« Abdampfen eine weiche Substanz fallen, welche V. bitumi-nös-harzig nennt, weil sie einige Eigenschaften der Harze hat. Sie istschwarz, talgartig, wird an der Luft bald fest, riecht unangenehm empyreu-niatisch, schmeckt bitter, reizend, brennt mit lebhafter Flamme, und hinter-läßt eine leichte lockere graue Kohle. Aether nimmt wenig, Alkohol beinahedie Hälfte auf; das Zurückbleibende ist zähe und klebrig. Kaustisches Kalilöst beide Harze vollkommen auf.
Der Rückstand von der Behandlung mit kaltem Alkohol wurde mit Al-kohol gekocht, und dadurch Stearine erhalten, welcher aber noch ^ des Ge-wichts flüssiges Oel beigemischt war.
Bei der Destillation mit Wasser gaben die Lorbeeren eine aromatischemit ätherischem Oele geschwängerte Flüssigkeit. Letzteres ist bei 25 ° flüssig,bei 15 ° schmierig und in niedrigeren Temperaturen völlig fest, schmeckt bit-ter und ist von schmutzig weißer Farbe. Der Schleim, das Satzmehl unddie halbfestcn fetten Substanzen hindern sehr die Destillation.
Auf dem erkalteten, dicken Rückstande schwimmt eine fette schmierige Sub-stanz, welche sich durch gelindes Erwärmen in ein grünes Oel und in eineciweißartige Substanz scheidet. Iodtinctur erzeugt in dem Decoct eine schöneblaue Farbe.
Durch Zerreiben der geschälten Lorbeeren wurde eine Emulsion erhalten,I. 35