Druckschrift 
1 (1828) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
485
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

II)080^clMU8 485

die Pflanze zu blühen anfängt, gesammelt und nicht über ein Jahraufbewahrt weiden. Die Gabe bis drei Gran.

ll^08<:^2mii3 nißer I^inn. Schwarzes Bilsenkraut.I^inn. LI. V. l'entllnüila. Nr6. I. HlunoZxni».^U8«. ci. VIll. «1-6. 8. 8o!ane»e.

Das blasse, ins Dunkelgelbe fallend« Grün der Blätter, die traurigedüstere Farbe der Blumen, der ekelhafte widrige Geruch aller Theile, erre-gen beim ersten Anblicke den Verdacht giftiger Eigenschaften bei dieser Pflanze,die durch ganz Deutschland, und in allen übrigen Ländern Europas in Dör-fern, an Zäunen, Wegen, auf Schutthaufen und an andern angebautenOrten wächst.

Die Wurzel ist fingersdick, lang, runzlig, wenig ästig, auswendig braun,inwendig weiß, und bringt einen aufrechten, ästigen, zottigen, etwas klebri-gen, 2Z Fuß hohen Stengel hervor. Die zottigen, mit klebrigen Haarenbeteckten, weichen Blatter stehen abwechselnd, sind stiellos, breit, eiförmig-lancettförmig. Die fast aufsitzenden Blüthen bilden am Ende der Zweige eineblättrige, lockere, einseitige Aehre. Der röhrige Kelch ist einblättrig, fünf-spaltig. Die trichterförmige kurzröhrige Krone ist ebenfalls einblättrig, mitfünf aufrechten, stumpfen Lappen versehen, von schmutzig gelber Farbe undmit netzförmigen purpurrothen Adern durchzogen. Die Frucht ist eine eiför-mige, stumpfe, zweifachrige Kapsel mit vielen Saamen,Die Nlüthezeit ist Mai und August.

Der Geschmack der Blätter ist weichlich, fade und ekelhaft, getrocknetetwas bitterlich; der Geruch äußerst widerlich und betäubend. Man verwech:selt sie mit den Blättern des weißen Bilsenkrautes (N^oso^amu» »Idu« 1^..),welches nicht so häufig ist, als das schwarze. Die Blatter sind kleiner, stum-pfer, wolliger und gestielt.

Ehedem war auch die Wurzel im Gebrauche; jetzt zwar nicht mehr, aberdie Saamen des Bilsenkrautes werden bisweilen zu Räucherungen gegmZahnweh angewandt, wobei jedoch Vorsicht nöthig ist, indem leicht Betäu-bung davon entstehen kann. Diese Vaainen sind klein, rundlich, fast nieren-förmig, etwas zusammengedrückt, runzlig, von aschgrauer Farbe, einem un-angenehmen betäubenden Gerüche und bitterlichen Geschmacke. Spec. Gew. ^,0,9l3.

Brandes (Trommsd. N. I. V. I. G. 35.) hat eine ausführlicheAnalyse des Bilsenkrautsaamens geliefert, wobei besonders darauf Bedachtgenommen wurde, ob auch hier ein basischer Stoff als Haupttrager desNarkotismus ausgeschieden werden könne.

Der Saame wurde wiederholt mit Alkohol digerirt, und von den klargelblichen Nincturcn der Weingeist bis auf ^ abgezogen. Am Boden der Re-torte zeigte sich ein ausgeschiedener öliger Stoff, der durch ein Filtrum ab-gesondert wurde. Die von den fetten Oele getrennte geistige Flüssigkeit wurdenoch weiter abgeraucht, wobei sich auch etwas Oel ausschied und hierauf zur

^ ,