Ilitliäo
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Im Münsterschen Regierungsbezirke hat man in Betreff der Aufbewah-rung der Blutegel widersprechende Beobachtungen gemacht (Rust's MagazinXXII. S. 594.), bis man endlich die Erfahrung erlangt hat, daß solche ingroßen, stachen, hölzernen, an her Innenseite 1 — 2 Linien tief verkohltenGefäßen im Freien und an einem kühlen Orte am vortheilhaftesten geschieht.Der Boden dieser Gefäße wird einige Zoll hoch mit nicht kalkhaltigem Thonebedeckt, dieser hicrnächst festgestampft, und der Rest davon mit einem dazugeeigneten, weder salzigen noch kalkhaltigen Wasser, worein mit Voltheil ei-nige Wasserpflanzen, als Qrmn», M^riopn^IIliiil, auch Aorf und insbe-sondere Holzkohlen geschüttet werden können, angefüllt.
Was die Vermehrung der Blutegel betrifft, so sind hierbei Anordnungentrfoderlich, die der Natur der Thiere und ihrem Stande der Freiheit sovielals möglich entsprechen. Denn wie Le Noble gefunden hat, bildet derBlutegel in, dem Boden während des Sommers eine platte konische Höhle,in der man nach einiger Zeit einen ovalen Cocon findet, in dem 9 — 14junge Blutegel enthalten sind, die nach einigen Tagen ihre Hülle durchboh-ren und kräftig herumschwimmen. Diese Eigenthümlichkeit des Blutegels, imSchlamme Gehäuse zu bauen, in denen er seine Jungen absetzt, lehrt uns,wie Teiche und Behälter anzulegen sind; denn in Gläser gesetzt bilden siejene Gehäuse nicht. Bei den künstlich anzulegenden Teichen hat man daherauf den Grund zu sehen. Dieser muß nämlich nicht aus Kies oder Kalk,sondern aus einer weichen Erdart, als Lehm, Thon oder Moor gebildet seyn;am besten ist der Moor aus dem Teiche oder Sumpfe, aus dem die Blutegelgenommen worden. Dieser nötigenfalls künstlich anzulegende Grund mußwenigstens 8 — 12 Zoll tief seyn, damit sie bei eintretender Kälte sich darineingraben und ihr Gehäuse darin zubereiten können. Ist ein natürlicherTeich, der zu einem solchen Behälter sich eignete, zu groß, so kann ein Thcildazu eingedämmt werde», entweder durch einen Erddamm, oder auch durchdichte zusammengefügte Bretter, die aber nicht von hartem Holze, als Eichen,auch nicht neu seyn müssen, weil das Wasser sie auslaugt, und dadurch dieEgel absterben. Bei künstlichen Gruben muß der Rand derselben mit einemWalle umgeben seyn, um das Eindringen des Regenwassers von den be-nachbarten Ländereien zu verhüten. Außerhalb des Walles in der Mitte sei-ner Länge muß auf jeder Seite ein Ständer von Kreuzholz eingegraben wer-den, der 16 — 18 Zoll über demselben hervorragt; beide Ständer werdendurch ein Stück Halbholz mit einander verbunden, das mithin über die Mitteder Grube fortläuft. An diesem werden 4 Thüren befestigt, von denen im-mer 2 nach jedem Rande des Walles hinlaufen, die hier in einen ange-brachten Falz einschlagen. Der Raum zwischen den beiden Ständern undden geschlossenen Thüren muß mit Brettern dicht verwahrt seyn. Durch dasOeffnen oder Schließen einer oder der andern Thür oder sämmtlicher Thürenwird der Eigenthümer in den Stand gesetzt, seine Egel nach Möglichkeit ge-gen die schädliche Einwirkung der Witterung und der Jahreszeit zu sichern,im Sommer gegen die zu große Hitze dadurch, daß die der Sonnenseite zu-