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erhielt, sich wenig von den gewöhnlichen Pflanzendicksaften unterschied, nurmehr Schleim mit sich zu führen schien, und mit Weingeist behandelt 21Gran eines dem Kolophonium ähnlichen Rückstandes gab, von bittersäuerli«chem Geschmacke.
Die Abkochung des letzten Rindenrückstandes gab 45 Gran eines brau-nen amylumhaltigen Extracts. Die Verbrennung endlich gab 270 Gran Asch.',welche mit kaltem Wasser ausgezogen 8 Gran kohlens. Kali und hierauf mitSalzsaure ausgezogen 44 Gran Kiesel hinterließ. Die salzsaure Auslosungmit Ammoniak versetzt ließ außer weniger Alaunerde 15 Gran Phosphors.Kalkerde mit 206 Gran kohlens. Kalk fallen.
In 15 Unzen Rinde sind also enthalten: Hartharz 1 Unze 2N Gran;Gerbestoff 2 Unzen 7 Dr.; gerbestoffhaltiger Dicksaft 1 Unze 6 Dr.; bitte-rer Dicksaft 4 Dr.; Pflanzenfaser 10 Unzen Z Dr. Z0 Gr. u. s. w.
Canzoneri (Hänle's Magazin 1324. Z. S. Z0Z. u. Verl. Jahrb.XXVI. 2. S. 214.) will aus den Früchten der Roßkastanie durch Digestionmit Schwefelsäure, Fällen mit Kalkhydrat, und Ausziehen des Niederschla-ges mit Alkohol u. s. w., einen eigenen Stoff gefunden haben, der eineSalzbasis seyn soll uno den er Aesculin nennt. Durch Verdunsten der gel«stigen Auslosung wird es als eine graubraune, nicht krystallimsche Masse,von süßlichem, hintennach stechendem Geschmacke erhalten. In Aether undAlkohol auflöslich, brennt mit Flamme, bildet mit Schwefelsäure seidenglän-zende nadelförmige Krystalle.
Berzelius äußerte aber gleich die Meinung, daß dieser neue Stoffnichts anderes, als die in Wasser unauflösliche Verbindung von Extractiv-stoff mit Kalke sey, und daß die mit Schwefelsäure erhaltenen Krystalle Gypswären, was denn auch durch Versuche von Chereau bestätigt worden ist.Auch Robiquet, Guibourt, Buchner:c. stimmen damit überein, daßin der Roßkastanie kein Alkaloid zu finden sey.
Die Roßkastanienrinde ist als Ehinasurrogat empfohlen worden, hat aberihre fiebervertreibende Kraft nicht bewährt. Sie gehört zu den sehr adstrin-girenden Mitteln, und wird in der Abkochung, im Grtracte und im Pulververordnet. Das Pulver, zu lange aufbewahrt, verliert die Kraft, obgleichdie Rinde in Stücken ihre Wirkung viele Jahre hindurch behält.
Die Rinde und das Holz liefern einen vortrefflichen Gerbe« und Farbe-stoff. Die Kastanienrinde soll zweimal (?) soviel Gerbestoff als die Eichen-rinde, und beinahe zweimal soviel Farbestoff als Campecheholz enthalten.Das mit dieser Rinde gegerbte Leder wird fester, dauerhafter und geschmei-diger. Die Kastanienrinde ist auch vorzüglich zur Bereitung von Tinte ge-eignet, wenn man sie mit Essig mischt. Die daraus gezogene Flüssigkeit wirdindigoblau; auf Papier verwandelt sie sich aber in eine schöne Schwärze.
Das Mehl von den Früchten der wilden Kastanie ist als ein Schutzmit-tel wider den Bücherwurm, unter den Buchbinderkleister gemischt, empfohlenwVrden.