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1 (1828) Einfache Mittel
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Ileder»

Der Gyps findet sich in ziemlich großer Menge in der Natur; er kommtin großen Krystallen oder in Stücken vor, die bald undeutlich krystallisirt,bald unrein, und dem Kalkstein ähnlich sind. Die Mineralogen lmterscheidennach der verschiedenen Krystallform den Anhydrit oder prismatischen Gyps,den Selenit oder spathigen Gyvs, den blättrigen gekörnten Gyvs, dichtenGyvs, fasrigen Gyvs u. s. w. Zu dem spathigen Gyps gehört das Ma»rienglas, Fraueneis (Lweie« I^riue, I^pi» «pßcuwi-iZ), so genannt, weiles in alten Zeiten in Rußland, wo es in großer Menge vorhanden ist, auchjetzt noch, zu Fensterglas gebraucht worden ist. Es ist grau, weiß und gelb,zuweilen Regenbogenfarben, spielend, in dünnen Stücken biegsam, aber umelastisch. Spec. Schwere 2,3, Bestandtheilc desselben sind nach Bucholz:ZZ.9 Kalk, 43,9 Schwefelsäure, 2l,0 Wasser und 1,2 Verlust. Wenn dieblättrigen und dichten Gyvse rein und im Stande sind, eine gute Politu«anzunehmen, so werden sie von den Künstlern Alabaster genannt, und zuBildsaulen und Gefäßen verarbeitet. Die gröbern Sorten werden durch Bren-nen in den sogenannten Gyps verwandelt. Bei diesem Brennen verliert dernatürliche schwefelsaure Kalk sein Waffer, blättert sich auf, zerfällt und bil-det dann, wenn er <m' gepulverten Zustande wieder mit Wasser eingerührtwird, anfangs «inen Feig, der aber bald erhärtet, indem das Wasser in denfesten Zustand des Krystallwassers übergeht, wobei Wärme frei wird. D«zu stark gebrannte Gyps und der wafferleere natürliche Gyps, Anhydrit, ver-binden sich nur höchst langsam mit dem Waffer. Der Anhydrit hat daherauch ein spec. Gew. von 2,96 und besteht aus 41,76 Kalk, 55 Schwefel-säure und 1,N salzsaurem Natron, er blättert sich daher auch nicht im Feuerauf und zerfällt nicht.

Diese Verbindung der Kalkerde mit der Schwefelsäure wird aber auchsehr häusig bei chemischen Operationen gebildet, und erscheint dann als einweißes Pulver, doch kann er auch aus der wäßrigen Lösung durch langsamesVerdampfen in Nadeln angeschossen erhalten werden. Der Gyps löst sichnämlich in 460 kalten und eben so viel heißen Wassers auf. Die Auflösunghat einen schwachen faden Geschmack. Bestandtheile nach Bucholz: Kalk33; Schwefelsäure 46; Wasser 21. In, wasserleeren Zustande nach Ber-zelius Kalk 42; Schwefelsäure 58.

Der gebrannte Gysis wirb häusig angewendet, um anatomische und an-dere Figuren, welche zum Schmucke dienen sollen, abzumodellircn; ferner zuStuccaturarbeiten u. s. w. In der Pyarmacie wird er zum Kitten und Lu.tiren benutzt.

Ueäera terreztck. Das Kraut. Gundermannkraut,(»leclwin» Ke6ßl»cea I^Inn. Eine ausdauernde in Deutschland

sehr häusige Pflanze.

Das blühende Kraut, mit entgegengesetzten, gestielten, nicren-förmigen, gekerbten, ein wenig haarigen Blattern, von bitterlichem