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1 (1828) Einfache Mittel
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Ouajacuin

sehr merklich ist. Es erweicht nicht in der Hand, wird aber beim Kauenzähe. Das spec. Gew. ist nach Pfaff (Syst. d. KI»t. me<1. III. S. N8.)1,305, nach Brande 1,223. (Nerl. Jahrb. auf d. I. 1808. S. 94.;Lrommsd. I. XVIll. S. 2l0.)

Das Pulver ist graulichwciß, und wird durch die Einwirkung der Luftgrünlich.

Der eigenthümlichste Kharakter des Guajakharzes ist die Farbenverän-derung, die es dura) Einwirkung des Lichts und der Luft erleidet. Hierhergehört das Grünwerden des mit Guajaktinctur befeuchteten Papiers, desGuajakpulvers, das allmHlige Grünwerden der Mixturen, in welchem Gua-jakharz vermittelst arabischen Gummis vertheilt ist. Daß aber hierbei nichtsowohl das Licht, als vielmehr der Sauerstoff der Luft wirksam sey, erhelletaus den Versuchen von Brande«. Wollaston (Gilbert's Annal. XXXIX.S. 294.; Buch». Repert. I!l. S. 281.). Nach Brande färbte sich dasGuajakpulver im Sauerstoffgase auch im Dunkeln grün, nach Wollaston hin-gegen nur bei Zutritt des farblosen oder des violetten Lichtes; der rotheStrahl reducirte das, Grün wieder zu Gelb < welches auch in kohlensauremGase erfolgte, auch wird nach Wollaston das grün gewordene Papierdurch Erhitzen mit einem heißen silbernen Löffel wieder gelb. Schneller wirddiese Farbenänderung des Guajaks durch salpetrige Säure, so wie durch ver«süßten, nicht ganz säurefreien Salpetergeist hervorgebracht. Setzt man einensolchen zur Guajaktinctur hinzu, so entsteht eine schöne azurblaue Farbe, undbeim Zusatz« von Wasser schlagt sich das Guajakharz als ein reichliches locke-res, hell azurblaues Pulver nieder, das aber seine Farbe ins Grünliche undWeißgrünliche verändert.

Auf ähnliche Art wirkt die Salpete,s,ure selbst. Schlägt man eine ver»dünnte Auflösung des Guajaks in Aetztali durch Salpetersaure nieder, soentsteht ei» grünlichblauer Niederschlag, der seine blaue Farbe standhaft be-hält, so lange ein Ueberschuß von Säure vorhanden ist, bei Sättigung derSäure durch Laugensalz aber ins Grüne übergeht. Eine wenig gesättigteblaß röthlichgelbe Guajaktinctur geht bei fortgesetztem Zusätze von Salpeter-säure durch Blau, Grün und Gelb endlich in Rothbraun über. Es scheinendemnach gleichsam verschiedene Oxyde des Guajaks stattzufinden, ein grü-nes, blaues und ein rothbraunes; letzteres scheidet sich allmälig aus der sau-ren Tinctur ab. Doch kann auch die ursprüngliche rothgelbe Farbe derTinctur wieder hervortreten, wenn durch einen Ueberschuß von Guajak gleich-sam die Wirkung der Oxydation wieder aufgehoben wird. Die concentrirteSalpetersäure wirkt auf das trockne Guajakharz sehr heftig, das Harz nimmteine dunkelgrüne Farbe an, es entwickelt sich viel Salpetergas, und bald istdas Guajak zu einer rothbraunen Flüssigkeit aufgelöst. Aus der Auflösungkrystallisirt sich beim Abziehen der Salpetersäure sehr viel Sauerkleesäure,wodurch sich das Guajak von den übrigen Harzen wesentlich unterscheidet.Hat man wenig Salpetersäure angewandt, so bleibt eine braune Substanzzurück, die alle Eigenschaften eines wahren Harzes hat; hat man dagegen