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sie mit Wasser, Und bestreicht Papier damit, so laßt sie darauf gelbe Flecke,die, wenn man schwefelsaures Eisen darauf bringt, dunkelblau werden. Voneiner Säure werden diese Flecke leicht rostnroth, welche Farbe in einem Au-genblicke wieder verschwindet; Kalilösung macht sie gelbbraun. Kaut mandiese Rinde, so färbt sie den Speichel gelb, und läßt im Munde einen zu-sammenziehenden Geschmack zurück, der nichts Unangenehmes hat.
Die Rinde soll bisweilen mit der Wurzelrinde des Buchsbaums verfälschtwerden, mit der sie zwar einige Aehnlichkeit hat, sich aber durch ihren bit-tern Geschmück, den die erstere Wurzelrinde nicht hat, unterscheidet. Co-stel hat folgende Unterscheidungszeichen angegeben: das Decoct der Wurzel-rinde des Granatbaumes ist, wenn es nur etwas concentrirt ist, dunkelbraun,von etwas styptischem Geschlnacke, es röthet das Lackmuspapier; Gallertauf-lösung bringt darin einen gelben Niederschlag hervor, und eine Auflösungvon schwefelsaurem Eisen einen schwarzen; Alaunauflösung erzeugt auch inder Abkochung ein Präcipitat. Das Buchsbaumrindendccoct, wenn es indemselben Verhältniß gemacht ist, ist gelb, sehr bitter, wirkt nicht auf dasLackmuspapier, und keine von den genannten Solutionen bringt darin einenNiederschlag hervor.
Die Wurzelrinde des Granatbaumes enthält nach Mitouart's Un-tersuchung (Verl. Jahrb. XXVI. 2. S. 221.) viel Gerbestoff, eine wachsar»tige Materie, eine zuckerige, zum Theil in Weingeist, zum Theil in Wasserauflösliche Materie, wovon die erstere krnstallisirbar ist, und die andere sichwie Mannastoff verhält, und eine merkliche Menge Gallussäure.
Die Rinde wird im Decocte, und zwar 2 Unzen auf IS Unzen, in 3Portionen gegeben, und zwar von halbe Stunde zu halbe Stunde. DenTag vorher wird ein Abführungsmittel aus Oleum Kicini genommen. ^EineViertel- bis ganze Stunde, nachdem die letzte Gabe des Decocts genommen,erfolgt die Wirkung, nämlich Z —4 Stuhlgänge, mit denen der Wurm ab-geht. Die Gallussäure möchte wohl hier als das Wirkende anzusehen seyn.Der Erfolg hat aber nicht den Erwartungen entsprochen, und die Rinde istdaher wieder außer Gebrauch gekommen.
^lAnatum. Die Blumen. Lalauztia. Granatblumen.
Fünfspaltige, lederartige, rothe Kelche, scharlachfaibene Blu-menblätter enthaltend, mit adstringirendem Principe begabt.
Die officincllen Granatblumen (llure» Oranatnrui», 51. L»wu8ti«.
rum), sind die großen, gefüllten oder einfachen, im frischen Zustande glän-zend hochrothcn, getrocknet dunkelrothen Blumen, meist noch in dem dickenKelche enthalten. Sie sind geruchlos, von zusammenziehendem, herbem Ge-schmack, und färben den Speichel, wenn sie einige Zeit gekaut werden, violett.Ihr wäßriger Aufguß schlägt das Eisen stark mit einer schwarzen Farbe nieder.In Frankreich werden sie häufiger als bei uns als tonisches Mittel inder Abkochung gebraucht.