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Or»n» I'ißlii
Geschmacke. Die Blätter stehen abwechselnd an den jüngern Zweigen, sindgestielt, eiförmig oder kaum herzförmig, lang zugespitzt, sageartig-gezahnt, bis5 Zoll lang und 24 Zoll breit, und am Grunde mit 2 Drüsen besetzt. Diekleinen unansehnlichen weißlichen «der gelblichen Blüchen bilden eine aufrechte,2 — 3 Zoll lange Traube an der Spitze, und zwar nehmen die weiblichenBlüthen den größten untern, die männlichen den kleinern obern Theil derTraube ein. Die Saamenkapseln sind dreifächrig, ledcrartig, eirund mit sehrdünnen hautartigen Scheidewänden; sie entHallen in jedem Fache «inen läng-lich-eiförmigen, stumpf vierkantigen, auf der einen Seite stachen, auf der an-dern converen, nicht ganz haselnußgroßen, glatten, schwärzlichen oder bräun-lichgelben, mit einer dünnen, zerbrechlichen Schale, und unter dieser mit einerweißlichen Epidermis bekleideten Saamen, welcher, wenn er gekaut wird, an-fangs einen milden öligen, oder falls er schon lange gelegen hat, einen etwasranzigen, bald aber einen sehr scharfen Geschmack erregt, der nach und nachin ein heftiges, lange anhaltendes, den ganzen Mund und die Rachenhöhleeinnehmendes Brennen'und Zusammenziehen übergeht.
Alle Theile dieser Pflanze sind sehr scharf, und besitzen purgirende Ei-genschaften. Der Stamm und die Zweige schwitzen, wenn man sie abschnei-det, einen scharfen milchigen Saft aus, welcher sich an der Luft verdickt undfärbt; «ine Eigenschaft, die fast allen Euphorbiazeen eigentümlich ist. DasHolz ^iznum i»olueoei,8«) kommt auch unter dem Namen Panara, Pa-wana, Panawa vor; der Geschmack desselben ist reizend, der Geruch unan-genehm. In kleiner Gabe eingenommen, ist es schweißtreibend, in größererBrechen und Abführen erregend. Auch die Blätter sind nach Murray insolchem Grade reizend, daß sie eine entzündungsartige Geschwulst vom Mundebis zum Ausgange des Mastdarmes hervorbringen. Vor allen heftig wirkenaber die Saamen. Zerquetscht man 12 —15 Stück derselben, mischt sie mitHonig, und giebt sie einem Pferde von gewöhnlicher Größe ein, so erregensie einen heftigen Durchfall, an dem diese Thiere zuweilen erliegen. DieIndier haben die Gewohnheit, die Purgirkörner, um ihre Schärfe zu mil-dern, zu rösten; sie entschalen die Körner, zerquetschen sie, und erhaltendurchs Auspressen das jetzt auch in Europa wieder in Gebrauch gezogeneKrotonöl.
Die Holländer haben vor fast 2<X> Jahren zuerst den Gebrauch derKerne in Europa verbreitet, als in der Wassersucht und bei Verderbniß derSäfte heilsam, Die Nachtheile aber, welche mit ihrer unvorsichtigen oderunzeitigen Anwendung verbunden sind, machten, daß man sie allgemein wie-der verließ.
Nach einer Zerlegung des vr. Nimmo (Gräfe und Walther I. f. d.Eh. IV. 1. S. 186. und Buchn. Rcpert. XV. 2. S. 234.) bestehen diePurgirkörner aus Z6 Th. Häute und 64 Th. inncrn Kerns. Die Häute,welche man als vorzugsweise mit den scharfen Eigenschaften begabt ansah,gaben, als man sie eine hinlängliche Zeit mit starkem Weingeiste in dieWärme stellte, eine braune Tinctur, die weder Schärfe noch eine andere be-