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1 (1828) Einfache Mittel
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Lolli8 armen»

erbe zUr Basis, welche bekanntlich eine von den auf der Erde am meistenverbreiteten Substanzen ist, und die Eigenschaft hat, das Wasser stark a:^zuziehen, Und nur erst bei den heftigsten Feuersgraden nach und nach wiederfahren zu lassen, wobei sie stark zusammengeht. Sie eignet sich daher nichtnur, im feuchten Zustande alle Formen anzunehmen, und nach dem Bren»nen Ziegel, irdene, Fayence- Und Procellangeschirre darzustellen, sondern istauch wegen der Fähigkeit, die Feuchtigkeit zurückzuhalten, für den Ackerbauvon der größten Wichtigkeit, Und bildet in der Verbindung mit dem kohlen-sauren Kalk als Mergel ein bekanntes Düngungsmittel.

In der Midicin wird der Bolus nicht mehr angewendet; früher wurdeer als austrocknendes Mittel, zum Bestreuen wunder Stellin bei kleinenKindern, gebraucht. Mit vielem Nutzen aber Wird er als Lutum angewen-det, besonders zum Ausstreichen der Fugen und zum Verkleben solcher De-stillationsgcfäße, in welchen Salzsäure, Salpetersäure, Essigsaure in Däm-pfen übergetrieben werden sollen, zu welchem Zwecke man ihn mit etwas fei«nem Sande versetzt, mit Wasser zu einem dünnen Brei anrührt, und damitLeinwandstreifen bestreicht, welche man um die Fugen des Destillirgcfaßeslegt. Kastner empfiehlt folgende Weisel zuerst wird die Fuge mit demzum steifen Breie mit Wasser angerührten weißen Bolus hinreichend dickausgestrichen, und der Lufttroctniß überlassen, die man auch durch künstlicheWärme beschleunigen kann. Hierauf, nachdem dieser Kitt vollkommen ge-trocknet, überpinselt man seine gereinigte Dbersiäche mit gereinigtem Leinölober einem andern austrocknenden Oele so lange, bis kein Oel mehr einge-sogen wird, und nun sind die Fugen so dicht geschlossen, daß auch selbstsehr heißes Salzsäuregas, salpetersaurer Dampf u. s. w. nicht hindurch geht.Ueberzieht man Glaskolben, Retorten :c. mit wäßrigem Thonbrei undbestäubt diesen dann mit Sand, oder setzt man noch zweckmäßiger vor derBestäubung dem Thon etwas frischgebrannten Kalk zu, so erhält man einensehr dauerhaften Beschlag, der gegen das Zerreißen der Gefäße im offnenKohlfeuer sehr gut schützt.

Läßt man den weißen Bolus in Wasser zergehen, so setzt sich der einge-mengte grobe Sand zu Boden; wird dann die Masse in kleine scheibenför-mige oder walzenförmige und flache Kuchen geformt, und mit einem Stem-pel bezeichnet, so erhält sie den Namen weiße Siegelerde (lerrH »izillilt»lllbil), die früher noch besonders in der Medicin Anwendung fand.

Lnlu» armen». Armenischer Bolus.

Ein Mineral, nicht nur in Armenien, sondern auch in Deutsch-land u, s. w. vorkommend.

Eine zusammengesetzte, zcrreibliche Erde, beim Anfühlen fet-tig, gelblichlotl), aus Thon und Eisenoxyd gemischt.

Der armenische Bolus wurde früher, wie schon der Name zeigt, ausdem Orient gebracht, jetzt bezieht man ihn schon seit sehr langer Zeit bloß