Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
806
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

806

^yu» l^llro8ul^llurat»

Verbindungen mit Säuren durch die eigenthümliche Farbe der Niederschläge,die durch Kalkwasser darin hervorgebracht werden, zu entdecken: 2) DasKupferoxyd wird aus seinen Auflösungen durch das Kalkwasser grünniedergeschlagen. Legt man ein Stückchen gebrannten Kalk in Weingeist,der durch Hülfe von Essigsäure etwas Kupferoiyd aufgelöst enthält (was ingewöhnlichem Branntwein vorkommen kann), so wird sich der Kalk nach ei»Niger Zeit mit einer grünen Haui überziehen, wenn auch das Kupferoxydnur ,-5775 der Auflösung ausmacht, b) Wird zu einer Auflösung desQue ck«silbersublimats in 60 Ty. Wasser allmälig Kalkwasser hinzugegossen,so wird die Flüssigkeit erst weiß milchig (Kalomel), dann gelb, pomeranzen-gelb, braunroth und bei einem großen Ueberschusse von Kalkwasser wiedercitronengelb; bei 400facher Verdünnung erst weiß milchig, und auch beiüberschüssig zugesetztem Kalkwasser lagert sich erst nach einigen Stunden einhell ziegelrother Niederschlag ab; ebenso bei 5Nl1facher Verdünnung; beilonofacher Verdünnung wird die Flüssigkeit nur eben etwas milchig, ohne einensolchen Absatz. «) Salpeter saures Quecksilberorydul wird durchdas Klllkwasser bis zu einer 6<X>0fachcn Verdünnung noch merklich grau-schwarz gefällt und getrübt, und bei weniger starker Verdünnung, wie z, B.noch bei 2lX10facher, noch reichlich gefällt. Bei 8000- bis 16,000fachcrVerdünnung ist die dunklere Färbung zwar noch merklich, aber sie wirdviel blässer und fast etwas bräunlich; der Niederschlag setzt sich nicht mehrab, bei 2(>,lXX>facher Verdünnung hat n»n die Grenze einer wirklichenReaction erreicht. Schon bei ItXwfacher Verdünnung scheint überschüssigesKalkwasser den Niederschlag einigermaßen wieder aufzulösen, wenigstenshellt sich die Flüssigkeit auf, behält aber noch eine blaß grünlich-schwarzeFarbe.

H,yu» K^ärn8uI^Iiur2t3. Schwefelwafferstoffwasser.

Das Schwefelwasserstoffwasser verdankt seine Wirksamkeit als Reagensdem Schwefelwasserstoffgase, welches von dem Wasser aufgenommen worden;die Erscheinungen, durch dieses Reagens hervorgebracht, werden also durchdas in die Flüssigkeiten geleitete unvermischte Schwefelwasserstoffgas nochdeutlicher hervortreten müssen. Daß das Schwefelwasserstoffgas, außer nachder von unserer Pharmakopoe gegebenen Vorschrift, auch sehr zweckmäßigau« Schwefeleisen entwickelt werden könne, ist bereits Th. 2. S. 2Z7 an-gemerkt worden, und man kann ein hierzu dienendes Schwefeleisen auchdadurch bereiten, daß man 1 Th. Schwcfelblumen und 2 Ty. Eisenfeil«mit etwas Wasser zum Neige macht, über gelindem Kohlenfeuer erhitzt,wobei das Gemenge eine innige Verbindung eingeht, und zu einer schwar-zen Masse zusammensintert. Der Schwefelwasserstoff ist sowohl in Gasge-stalt als in flüssiger Form eins der vorzüglichsten Reagentien, um die Ge-genwart metallischer Verbindungen und die Natur derselben erkennen zulassen.

Gold Wirt »ns der Auflösung bei INOfacher Verdünnung reichlich in