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scheidung des weinsteinsauren Kalkes einige Tage hingestellt worden, mitWeingeist von 85 Proc. übergoß, besonders schöne, «gelmäßige, vierseitigeSäulen, die erst nach 4 Wochen gesammelt wurden. Duflos (Brandes'sArchiv XXM. S. 162.) empfiehlt diese Neutralisation des Weinsteins durchAetzammoniak besonders bei Bereitung dieses Salzes im Winter. In dieAetzammoniakstüssigkeit wird so lange fein gepulverter Weinstein geschüttet,als derselbe noch beim Schütteln aufgelöst wird. Wenn sich die Auflösungklar abgesetzt hat, wird sie in eine Porcellanschale gegossen, und bleibt 24Stunden in der Kälte stehen, wo dann das Salz in schönen großen Kry»stallen angeschossen styn wird. Rötscher (Brandes's Archiv XIV. S. 186.)löst 2 Unzen trystallisirte Weinsteinsäure in 8 Unzen destillirtem Wasser auf,neutralisirt diese Auflösung mit kohlensaurem Ammoniak, löst dann in die-ser Salzlauge wieder 6 Unzen Kali tartarieum auf, filtrier und dunstetzur Trockne ein. Der Rückstand löst sich vollkommen klar in Wasser auf,und setzt keinen Weinstein ab. Es muß indessen dieses Salz, der Vorschriftunserer Pharmakopoe gemäß, in Krystallen dargestellt werden; man bringtdemzufolge den gepulverten Weinstein mit seinem doppelten Gewichte Wasserin einem zinnernen Kessel fast zum Sieden, und setzt so lange trocknes koh-lensaures Ammoniak hinzu, als noch Brausen entsteht, und das überschüs-sige Ammoniak sich durch den Geruch zu erkennen giebt. Man läßt denausgeschiedenen weinsteinsauren Kalk ablagern, bringt zuerst die helle Flüs-sigkeit und zuletzt auch das Trübe auf das Fittrum, und stellt die Laugeeinige Tage zum Krystallisiren hin. Die von den Krystallen abgegosseneLauge bringt man mit einem Zusätze von Ammoniak in einer Porcellanschaleüber ganz gelindes Feu.r bis zur Erscheinung eines Salzhäutchen; es ent-weicht dabei ein Theil Ammoniak, und es scheidet sich dann ein wenigWeinstein aus, der sich aber durch etwas zu der heißen Flüssigkeit zugesetz-te« kohlensaures Ammoniak beim Umrühren leicht wieder auflösen läßt. Manstellt nun wieder die Lauge zum Krystallisiren hin, und wieberholt diesesVerfahren, so lange noch Krystalle erhalten werden, wobei man jedesmalder abgegossenen Lauge etwas Ammoniak zusetzt. Die Krystalle werden zwi-schen Fließpapier bei gewöhnlicher Temperatur so schnell als möglich ge-trocknet, und in gut verstopften Gläsern an einem kühlen Orte aufbe»wahrt.
Der Ammoniakweinstein lrystallisirt in farblosen, regelmäßigen, vier-seitigen Säulen mit zwei schmalen und zwei breiten Seiten, und einer dop-peldachförmigen Zuspitzung. Sie sind zuerst etwas durchsichtig, werden abermit der Zeit undurchsichtig. Der Geschmack ist kühlend, stechend salzig.Sie sind in 2 Th. kalten und in dem gleichen Gewichte kochenden Wassersauflöilich. An der Luft lassen sie Ammoniak fahren und es regenerirt sichWeinstein. Aetzende Alkalien entwickeln daraus Ammoniak. Alle Säurenentziehen dem Doppelsalze das Ammoniak und Weinstein wird wiederherge-stellt. Es ist dieses Präparat ein Doppelsalz, bestehend aus 1 Ac. einfachweinfaurem Kali (— 1426,86Z) und 1 At. einfach weinsaurem Ammoniak